Ulf Hecht stellt sich vor

Lehrtrainer Ulf Hecht stellt sich vor

 

Was waren deine ersten Berührungspunkte mit Gewalt auf pädagogischer Ebene?
Als ich in den 90ern im Jugendamt arbeitete kam eines Tages eine Kollegin mit einem zusammenkopierten Stapel von Texten und Übungen des „Villigster Deeskalationsteams“ an „Gewalt zum Thema machen.“ – das war gerade auch unser Thema und so starteten wir, mehr schlecht als recht, in die ersten Deeskalationstrainings mit Schulklassen.


Welche Bücher haben dich in deiner Arbeit inspiriert?

Einige Zeit später bekam ich das erste Buch aus der Edition-Zebra in die Hände. „“Gewalt löst keine Probleme.“ Mittlerweile leitete ich einen kleinen Träger der Jugendarbeit und in den offenen Jugendtreffs und im Streetwork konnte ich die Impulse aus dem Buch wirklich gut brauchen.

Wie hast du den Schritt an die Gewalt Akademie Villigst gemacht?

Als meine Kinder geboren wurden, ging ich einige Jahre in Elternzeit und eines Morgens las ich in der Lokalzeitung von einer „Deeskalationstrainerinne-Ausbildung“ der Gewalt Akademie Villigst. Da war ich sofort dabei. In der Ausbildung wurde meine bisherigen Erfahrungen nochmal so richtig schön praktisch durchgearbeitet.

Du bist als selbstständiger Trainer tätig. Wie geht das unter einen Hut mit deinem Engagement an der Gewalt Akademie Villigst?
Seit 2006 bin ich als Pädagoge selbständig und mache jede Menge Trainings in Schulen und in der Jugendarbeit. Um am Ball zu bleiben und tiefer in das Thema einzusteigen, begleitete ich zwei Deeskalationstrainerinnen-Ausbildungen als Moderator. Das heißt, als aktiver Mitarbeiter mit meinen drei „Villigster Lehrtrainern“. Im selben Jahr begann ich aktiv im Leitungsteam der Gewalt Akademie Villigst zu arbeiten.

Was begeistert dich an der Akademie?
Ich lernte viele tolle Menschen aus ganz NRW und darüber hinaus kennen, die meine Leidenschaft teilten. 2011 wurde ich dann zum „Lehrtrainer der Gewalt Akademie Villigst“ berufen. Ich habe mich damals sehr darüber gefreut, auch wenn ich wusste, dass das eine Menge Arbeit wird, die wohl nie enden wird.

Wofür schlägt dein Herz als Lehrtrainer?
Jährlich Weiterbildungen für neue Deeskalationstrainerinnen zu organisieren ist ein Teil meiner Herzensarbeit geworden. Herzarbeit ist sinnvoll und notwendig, aber meistens schlecht bezahlt. Trotzdem ist es mir wichtig, selber auf dem neuesten Stand zu sein, regelmäßig Deeskalationstrainerinnen auszubilden, weiter gut vernetzt zu sein und mich immer mehr einzumischen in die gesellschaftliche Diskussion für eine offene, gerechte und gewaltfreie Gesellschaft. Auch eine Arbeit, die nie enden wird.

Was motiviert dich?
Motiviert bin ich von Menschen, die sich und mich hinterfragen, die mit Freude an die nicht immer fröhliche Arbeit gehen, die Erfahrungen machen und Erkenntnisse gewinnen. Und mich daran teilhaben lassen. Deeskalationstrainings sind eine Einbahnstraße, in der nur ich Wissen vermittle. Aus jedem Training, jeder Weiterbildung gehe ich reicher heraus. Und damit meine ich nicht das Geld.