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Stellungnahme der Gewalt Akademie zu den Anschlägen in Hanau

Jede*r kann etwas tun! Zum Schutz & Erhalt unserer offenen & toleranten Gesellschaft müssen wir aktiv werden, Haltung zeigen & Zeichen setzen.

„Mein Kind soll nicht für nichts gestorben sein. Der Rassismus soll keine andere Familie mehr zerstören. Dieser Schmerz ist unbeschreiblich“.
Serpil Temiz, Mutter des in Hanau getöteten Ferhat Unvar (22)

Gewalt tut weh und Rassismus ist eine der niederträchtigsten Formen von Gewalt. Wir können nur ahnen, welchen Schmerz eine Mutter empfindet, die ihren Sohn auf diese Weise verliert. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen, dass rassistisch geprägte Ideologien, Taten und Äußerungen immer wieder auf eine stabile, weltoffene, demokratische Haltung treffen. Mit aktiver Gewaltlosigkeit können wir Zivilcourage zeigen und Widerspruch leisten.

Nicht erst der Mord an Walter Lübke und der Anschlag in Halle haben gezeigt wie gefährlich die „Gewalt von Rechts“ ist. Das Grundgesetz (Artikel 3) besagt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Die Täter in den oben genannten Beispielen benachteiligen nicht nur, sie haben Schmerz zugefügt und getötet. Diese Gewalt ist erschreckend.

Zum Schutz und zum Erhalt unserer offenen und toleranten Gesellschaft müssen wir aktiv werden, Haltung zeigen und Zeichen setzen. In diesem Zuge fordern wir auch die Politik auf, mit der Änderung von Artikel 3 des Grundgesetzes ein längst fälliges Zeichen zu setzen und damit einen Nährboden von Rassismus zu beseitigen.

Nach wie vor wird hier der Begriff „Rasse“ verwendet. Die Einteilung der Menschen in „Rassen“ ist schon diskriminierend und zudem wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt keine menschlichen Rassen! Wer Rassismus überwinden will, darf sich nicht seiner diskriminierenden Instrumente bedienen und von „Rassen“ reden. Wer Rassismus überwinden will, muss Achtsamkein zeigen und die ausgrenzenden Zuschreibung „Rasse“ aus seinem Sprachgebrauch streichen.

Die Gewalt Akademie Viligst stellt sich vehement gegen jede Form von Gewalt, Rassismus und Sexismus und bietet im Gegenzug die Möglichkeit gemeinsam mit anderen Menschen lohnende Wege zum friedlichen Miteinander zu erfahren und umzusetzen. Mehr Informationen dazu findet Ihr auf „www.gewaltakademie.de"

Wir freuen uns über jede*n, der/die diesem Beispiel folgt.

Jedes noch so kleine Zeichen ist wichtig und zielführend. Deshalb positioniert euch bitte in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien, zeigt Mut, Gefühl und Herz. Steht auf und werdet laut!

Gewalt und Rassismus sind nicht tolerierbar!

Schweigen heißt zustimmen. Wer nichts sagt, ist einverstanden mit dem, was passiert.

Dr. Andreas Leifeld, Simone Kascholke, Ulf Hecht, Heike Vogelsang für das Leitungsteam der Gewalt Akademie Villigst