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Lehrtrainer*innen erzählen aus ihrer Arbeit - mit Andreas Leifeld

Wir stellen unsere Lehrtrainer*innen vor. Andreas Leifeld erzählt dieses Mal, wie sein ältester Sohn ihn auf die Gewaltakademie Villigst brachte.

Dr. Andreas Leifeld, Deeskalationstrainer, Lehrtrainer der GAV, Traumapädagoge, Sprecherzieher DGSS, Kommunikationswissenschaftler M.A.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          
Was waren deine ersten Berührungspunkte mit Gewalt auf pädagogischer Ebene?

Meine ersten Berührungspunkte mit Gewalt auf pädagogischer Ebene hatte ich als Kampfsporttrainer in Mülheim an der Ruhr. Dort führte ich Judoprojekte „für ausgewählte Jungs“ an verschiedenen Schulen durch. Noch heute denke ich gerne an diese Projekte zurück. Zeitgleich war ich beruflich schon als Sprecherzieher tätig. Ich führte zum Beispiel an einer Duisburger Berufsschule Projekte zum Thema „Kooperation: Kommunikation oder Eskalation?“ durch. Ziel dieser Projekte war es, die jungen Erwachsenen sprachlich zu stärken. Zu dieser Zeit kannte ich die Gewalt Akademie Villigst noch nicht.

Welche Bücher haben dich in deiner Arbeit inspiriert?
Da fallen mir spontan 3 Bücher ein (hier chronologisch in der Reihenfolge, in der sie mir begegnet sind):  
1. "Gewalt in der Schule" von Dan Olweus. Über dieses Buch habe ich das Anti-Bullying-Konzept kennen und schätzen gelernt
2. "The Magic Of Conflict" von Thomas Crum. Dieses Buch beschäftigt sich – genau wie ich schon seit langem – mit der Idee, Philosophien und Techniken aus der Kampfkunst in Kommunikationsmodelle, also verbale Interaktion zu übertragen.
3. "Das Traumatisierte Kind" von Yecheskiel Cohen. Zu diesem Buch gehört der sehr bewegende und beeindruckende Film „Die zweite Geburt“, über die pädagogische und therapeutische Arbeit mit traumatisierten Kindern in einem Kinderheim in der Nähe von Jerusalem.

Wie hast du den Schritt an die Gewalt Akademie Villigst gemacht?
Als mein ältester Sohn eine Oberhausener Schule besuchte, erlebte ich als Elternvertreter, wie dort das Anti-Bullying-Konzept vorgestellt und eingeführt wurde. Im Rahmen der Installation des Konzeptes hörte ich zum ersten Mal von der Gewalt Akademie Villigst und der Möglichkeit, dort Deeskalationstrainer zu werden.
Ich weiß noch genau, wie nervös ich damals war, als ich meine Bewerbungsunterlagen zusammengestellt und Abgeschickt habe. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei meiner Lehrtrainerin Susanne Wegener-Tieben und meinem Lehrtrainer Keith Matschulla für sehr viele Denkanstöße und ein tolles Jahr bedanken.

Du bist als selbstständiger Trainer tätig. Wie geht das unter einen Hut mit deinem Engagement an der Gewalt Akademie Villigst?

Das Deeskalationstrainerkonzept hat einen guten Ruf. Das Villigster Prinzip und die Villigster Haltung, die hier vermittelt werden, entsprechen genau meinen Vorstellungen von Gewaltprävention. Ich werde sie an dieser Stelle nicht erläutern. Wer die Ausbildung zum Deeskalationstrainer erlebt hat, weiß was ich meine. Die anderen kann ich vielleicht an dieser Stelle neugierig machen. Es lohnt sich!
Mich persönlich hat die Weiterbildung so gefesselt, dass ich dabei geblieben und Lehrtrainer geworden bin. Ich habe verschiedene Gruppen auf Ihrem Weg zum Deeskalationstrainer begleitet und möchte dies auch weiterhin tun. Im Leitungsteam versuche ich die Richtung, in die sich die Akademie bewegt, ein bisschen mitzugestalten. Darüber hinaus hat mir die Gewalt Akademie Villigst auch zu privatem Glück verholfen. Ich finde, das alles lässt sich sehr gut mit meiner selbständigen Trainertätigkeit vereinbaren.

Was begeistert dich an der Akademie?
Einer meiner ersten Eindrücke war. „Oh Gott, hier arbeiten Polizei, Kirche und Pädagog*innen eng zusammen. Das muss doch ständig eskalieren in Villigst.“ Dieser Eindruck hat sich bestätigt. Aber es war oft ein fruchtbares und konstruktives Streiten, das gefällt mir. Streiten gehört zum Leben dazu, auch innerhalb der Akademie. Aus diesem Grund habe ich mich auch bereit erklärt, intern für Mediationen zur Verfügung zu stehen. Bisher wurde das aber noch nie in Anspruch genommen.

Was motiviert dich?
Als erstes motiviert mich der Spaß an meinen Trainings. Auch die Rückmeldungen aus meiner Arbeit mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen motivieren mich. Meine ersten Berührungspunkte mit Gewalt auf pädagogischer Ebene beschäftigen und faszinieren mich immer noch. Aus diesem Grund habe ich das Konzept „Sprechen statt Schlagen“ entwickelt. „Sprechen statt Schlagen“ verbindet meine Kenntnisse aus der Sprecherziehung und der Deeskalationsarbeit zu einem eigenen Gewaltpräventionskonzept. Aber als selbständiger Trainer lebe ich natürlich auch von meinen Trainings. Natürlich motiviert mich das Geld auch. Vielleicht habe ich einfach den Luxus, sagen zu können, dass ich mein Geld mit einer Tätigkeit verdiene, die mir Spaß macht und mich begeistert.                                                 

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