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23. Deutscher Präventionstag: Gewalt Akademie Villigst war wieder vertreten

In der Zeit vom 11.bis 12. Juni 2017 fand in Dresden der 23. Deutsche Präventionstag statt, auf dem die Gewalt Akademie Villigst einen Infostand eingerichtet hatte. Sie war mit einem kompetenten Team vertreten und bot viele Informationen rund um die Themen Gewalt und Rassismus an. Natürlich würden auch aktuelle Angebote – Ausbildungen, Trainings, Bücher – vorgestellt und beworben.

 

Das Motto des Präventionstags lautete „Gewalt und Radikalität – aktuelle Herausforderungen für die Prävention“ und lag damit voll in der Ausrichtung der Gewalt Akademie Villigst.

GAV-Infostand gut besucht

Der Stand war gut besucht, lud er doch auch zu Fragen und Diskussionen sein. Erfreulicher Weise  kam das Standbetreuungsteam nicht nur mit Interessierten, sondern auch mit vielen Leuten, die die Villigster Deeskalationstrainer-Ausbildung absolviert hatten oder sich ihr auf andere Weise verbunden fühlten, ins Gespräch. 

Aktionen im Rahmenprogramm

Einen großen Anteil in den Gesprächen hatte das Friedensstifterprogramm. Das beweist,  dass die Nachfrage nach Deeskalationstrainings schon im Bereich Kindergarten und Grundschule zunimmt. Heike Vogelsang konnte zudem im „Talk am Stand“ das Programm „Gefühle sind bunt“ vorstellen.

An vielen Ständen und auch im Programm wurden diesmal Projekte zum Thema Radikalisierung, Extremismus, Islamismus und Salafismus vorgestellt, vor allem Präventionsprogramme, Interventionsprogramme und Ausstiegsangebote. Heinz Kraft stellte das Thema „Der Radikalisierung von jungen Menschen vorbeugen“ im Talk am Stand vor und knüpfte hierdurch Kontakte zu anderen Organisationen, Vereinen und auch Polizeibehörden. 

Anlass für den großen Anteil am Gesamtprogramm des Präventionstags ist die Entwicklung der letzten Jahre. Weltweit nimmt die Radikalisierung von jungen Menschen bis hin zum Extremismus zu: Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, Salafismus, Scientology, Ideologien und fundamentalistische Religionen - sie sind oft nur die andere Seite derselben Medaille. Wie kann diesen Tendenzen entgegengewirkt werden? Was können Lehrkräfte und Schulsozialarbeit tun, wenn in ihrer Klasse Tendenzen zur Radikalisierung zu erkennen sind? Oder wenn sich  in Justizvollzugsanstalten extremistische Gruppen entwickeln? Wie kann interveniert, wie ein Ausstieg angeboten werden?

Einstellungsänderung nicht kognitiv, sondern durch Selbstbetroffenheit erreichbar 

Anerkannt ist, dass eine Einstellungsänderung weniger mit kognitiven Methoden erreichbar ist, als vielmehr unter Herbeiführung von Selbstbetroffenheit.

Ein Programm, das die Integration von jungen Leuten bezweckt, die durch ihr Elternhaus eher extremistisch oder traditionsgeprägt und zu aus unserer Sicht nicht akzeptablen Normen, Werten, Einstellungen und Rollenbildern erzogen wurden, muss sich solcher Methoden bedienen, die eine Chance bieten, das Ziel zu erreichen: Experimente, Rollenspiele, Übungen, Selbstreflexion, Arbeitsgruppen und Diskussionen.

Das gilt auch für andere Bereiche, etwa Einstellungen zu Gewalt oder Rassismus, in hohem Maße auch Mobbing und Cybermobbing.

Fazit

Siegrig Lorberg-Tamakloe zog Bilanz: „Mit den Ergebnissen des Meinungsaustauschs bin ich sehr zufrieden und bin der Überzeugung, dass zunehmend der Wille besteht, jedwedem Extremismus Paroli zu bieten.“

Diese Bewertung bestätigten am Ende des zweiten Tages alle Teammitglieder, die sich am Stand und bei Aktionen beteiligt hatten. „Es war eine gute Entscheidung, wieder auf dem Präventionstag präsent zu sein.“

Der 24. Deutsche Präventionstag findet 2019 in Berlin statt.