Training in der Grundschule

Training in der Grundschule

Der Umgang mit Gewalt ist ein wichtiger Baustein in der sozialen Entwicklung von Kindern. In der Grundschule sind viele zum ersten Mal in eine größere Gemeinschaft eingebunden, in der sie ihren Platz finden und manchmal auch verteidigen müssen. Sie müssen nicht nur lernen, mit Aggressionen anderer umzugehen, sondern auch mit den eigenen Gefühlen – ob positiv oder negativ.
Mit Trainingseinheiten im Unterricht zum Thema „Gewaltprävention“ setzen sich die Kinder durch erlebnis - und gefühlsorientierte Übungen mit der Materie auseinander. Wichtig ist, dass durch die aktive und kreative Beschäftigung ihre soziale Kompetenz gestärkt und das Verständnis füreinander gefördert wird.
Streit und Konflikte sind im Leben stets gegenwärtig und gehören auch für unsere Kinder zum täglichen Leben dazu.

Indem unsere Kinder Konflikte durchlaufen, erhalten sie Fähigkeiten/Kompetenzen mit weiteren Konflikten umzugehen.

Es geht bei Konflikten unter Kindern nicht immer nur um körperlich-gewalttätige Auseinandersetzungen, sondern auch um Strategien, wie verbale Beleidigungen, das Verbreiten von Gerüchten, soziale Ausgrenzung und Erniedrigung, Manipulation und Verletzung sozialer Regeln. Zu der breiten Facette von Gewalt kommt die Problematik, dass Kinder oftmals nicht unterscheiden können, ob sich in einem Gesicht Angst oder Wut spiegelt, sie häufig nicht in der Lage sind ihre Gefühlsimpulse zu regulieren und keine Fähigkeit der Einfühlung entwickelt haben.

Hier setzen die nachfolgenden - von uns vorgeschlagenen - Trainingseinheiten an. Unser eigener Anspruch ist dabei, das Thema Gewalt aus der Tabuzone zu holen, den Kindern aufzuzeigen, dass Konflikte und Wut genauso zum Alltag gehören wie das gute Gefühl einer tragfähigen Gemeinschaft und das es für ein gutes Miteinander Regeln wie beim Fußball oder im Straßenverkehr geben muss, die von allen und für alle gemacht sind. Die Bausteine sind dazu da, gemeinsam oder einzeln etwas auszuprobieren. Es geht nicht um Richtig oder Falsch, Sieger oder Verlierer.


Das Training soll allen Beteiligten Spaß machen, Impulse setzen und zum Nachdenken anregen. Uns ist bewusst, dass das Training nur ein kleiner Stein sein kann, der mithelfen soll, Gewalt einzudämmen.
Ein Training zum Thema „Gewaltprävention“ verlangt immer wieder die Auseinandersetzung der einzelnen Teilnehmer/innen mit ihren eigenen Gefühlen und Wahrnehmungen auf vielfältige und kreative Art und Weise.

Mit viel Spiel und noch mehr Spaß erfahren die Kinder den Sinn und die Notwendigkeit von Regeln. Außerdem ist  es uns ein Anliegen, den „kleinen Prinzen und Prinzessinnen aus der Ellenbogengesellschaft“ zu vermitteln, welche guten Gefühle eine tragfähige Gemeinschaft wecken kann.

Zielsetzung:

  • Sensibilisierung der eigenen Gefühle und befähigen diese zu benennen
  • Unterschiedliche Gefühle und Wahrnehmung verdeutlichen.
  • Begriffsklärung Gewalt und erkennen der Erscheinungsformen
  • Sinn und Notwendigkeit von Regeln erkennen.
  • Vertrauen/Kooperation zur Stärkung des Gruppenzusammenhalts,
    Festigung durch Akzeptanz

Module 

„Unterschiedliche Gefühle erkennen/wahrnehmen“
Die Teilnehmer/innen sollen lernen, Gefühle nicht nur wahrzunehmen, sondern auch zu benennen. Ebenso wichtig ist es uns in dieser Sequenz zu verdeutlichen, dass auch unangenehme Gefühle wie Wut zum Alltag gehören und das man für ein gutes Miteinander lernen muss damit umzugehen.


„Begriffsklärung Gewalt“
Dieses Modul soll deutlich machen, dass der Faktor „subjektives Empfinden“ bei der Gewaltdefinition des Einzelnen eine große Rolle spielt. Auch Worte, Blicke oder einfach nur Missverständnisse können Gewalt auslösen.


„Erfahrungen mit Gewalt, Sinn und Notwendigkeit von Regeln“
Sinn und Zweck dieser Einheit sollte sein, den Unterschied zwischen Kraft und Gewalt aufzuzeigen. Ein weiterer Aspekt ist, den Sinn und die Notwendigkeit von Regeln für ein gutes Miteinander zu erkennen.


„Selbstbehauptung, Bedeutung von Körpersprache“
In dieser Phase sollte das Selbstbewusstsein der Teilnehmer/innen gestärkt werden. Unsicherheiten sollten überwunden und die Grenzen anderer akzeptiert werden. Die Kinder sollen üben, eigene Gefühle und Standpunkte zu behaupten und klar zu vertreten, ohne die Mitmenschen zu verletzen.


„Vertrauen/Kooperation"
Zum Abschluss des Trainings soll ein gemeinsames Erfolgserlebnis Freude und Stolz hervorrufen, es soll den Gruppenzusammenhalt stärken und spannend sein. Die Gruppe soll erleben, dass es wichtig und schön ist, sich aufeinander verlassen zu können.