Training im Kindergarten

Training im Kindergarten

Im Kindergarten bedeutet Lernen in erster Linie „Soziales Lernen“. Die Kinder erleben in der Gruppe neue Möglichkeiten der Entfaltung, der Weiterentwicklung aber auch neue Grenzen kennen. Diese Prozesse werden das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Interessen in Gang gesetzt und sind mit Gefühlen, Wahrnehmung aber auch mit Konflikten / Streit verbunden.

Konflikte gehören zum Alltag von Kindern und bieten ihnen neue Lern- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Hier ist es besonders wichtig, Kindern Möglichkeiten zu eröffnen, verschiedene Konflikt- und Streitstrategien bzw. Alternativen auszuprobieren und zu erlernen. Denn meist können und wollen sie ihre Konflikte selber klären.

Wir vermittelt Kindern Basiskompetenzen, die sie im Umgang mit Ärger und Wut benötigen.
Das sind:

  • Empathie: Gefühle erkennen, benennen und verstehen sowie die eigene Reaktion wahrnehmen.
  • Impulskontrolle: Wie verhalte ich mich angemessen in Konfliktsituationen? Welche Möglichkeiten habe ich, um nicht zuzuhauen?
  • Umgang mit Ärger und Wut: Verstehen, warum ich mich ärgere und wissen, wie ich mich beruhigen kann.

Die Übungen sind spielerisch und haben für die Kinder einen großen Spaßfaktor. Sie erleben über die Gefühlsebene verschiedene mehr oder weniger bekannte Konflikte und lernen dabei, sich auf Dinge außerhalb ihres Ichs zu konzentrieren, anderen zuzuhören, sich in sie hineinzudenken, Vertrauen in die Gruppe zu entwickeln und Kontakt- und Konfliktfähigkeit einzuüben.

Wie sieht das praktisch aus?

Die Übungen setzen bei den Gefühlen der Kinder an und nicht bei ihrer kognitiven Entwicklung. Das hat den Vorteil, dass Kinder ihre Gefühle zwar vielleicht (noch) nicht benennen können, sie aber dennoch kennen. Das Motto der Trainings lautet:

Über den Bauch in den Kopf. (Lernen durch gefühlte Erfahrung!)
Mit Freude und Eifer sind die Kinder bei Training dabei. Denn was sie hier in kindgerechten Einheiten lernen und üben, macht schon den Jüngsten Spaß. Mit großen Bildkarten oder Handpuppen werden die Kinder in das jeweilige Thema eingeführt.

Konkret heißt das z.B.:

Auf Bildkarten sind Kinder zu sehen, die unterschiedliche Gefühle zeigen: fröhlich, traurig, wütend, überrascht, erschrocken, angeekelt. Die Kinder gucken sich die Karten an gemeinsam wird überlegt, woran diese Gefühlsäußerungen erkannt werden. Diese Gefühle werden dann nachgespielt, was oft sehr lustig ist. Viele Gelegenheiten bieten sich im Alltag des Kindergartens die Übung anzuwenden und zu üben.

Was lernen die Kinder noch?

Durch das ständige Wiederholen von Übungssequenzen und die Anwendung bestimmter Schlüsselwörter (z.B. gleich, anders, unterschiedlich, aus Versehen, absichtlich) verfestigen sich über das Gefühl, welches Übungen hervorrufen, die damit verbundenen alternativen Handlungsstrategien in Konflikt- und Streitsituationen. Die Übungen sind meist so aufgebaut, dass mehrere Alternativen möglich sind, um konstruktiv eine Lösung zu finden. Aus diesen Möglichkeiten kann das Kind seine Wahl treffen. Hierdurch wird das selbständige Handeln gestärkt und gefördert. Des Weiteren wird durch Reflexionssequenzen die Sprachkompetenz erweitert.