Mediation

Mediation

Es hat alles zwei Seiten.
 Aber erst wenn man erkennt, dass es drei sind, erfasst man die Sache.

 (Heimito von Doderer)

Was ist Mediation?

Mediation bedeutet „Vermittlung im Konflikt“ und ist ein freiwilliger außergerichtlicher Prozess der kooperativen Konfliktbearbeitung

Hier verständigen sich die Konfliktbeteiligten darauf, ihre gegensätzlichen Standpunkte mit Unterstützung einer neutralen und unparteiischen dritten Person als Mediatorin bzw. Vermittlerin auszutauschen. 

Die Aufgabe der Mediatorin besteht darin, die Streitparteien aus der Sackgasse zur führen und die Suche der Parteien nach einem wechselseitigen befriedigenden, interessensgerechten und ausgeglichenen Konsens zu fördern, indem sie die Mediation organisiert, strukturiert und in ihrem Prozessablauf steuert.

In der Mediation werden zukunftsorientierte Konfliktlösungsregelungen erarbeitet, die von allen Beteiligten gemeinsam getragen und vollständig akzeptiert werden. 

Gleichzeitig bietet Mediation die Gelegenheit, das zukünftige Streitverhalten der Parteien erheblich zu verbessern und eine fundierte Basis für die Weiterführung ihrer Beziehung zu schaffen.

Wozu eine Mediation?

Mediationen sind bei allen typischen Konfliktkonstellationen im privaten und in der Arbeitwelt sinnvoll, um wieder effektiv und menschlich miteinander umgehen zu können:

Im Privaten

  • Alltagskonflikte,
  • Konflikte um und über Kindererziehung,
  • festgefahrene Beziehungsprobleme,
  • Konflikte über Geld,

Im Arbeitsleben

  • Konflikte zwischen Mitarbeitern,
  • Konflikte zwischen Auszubildenden und Ausbildern,
  • Konflikte zwischen bzw. in Abteilungen und Teams,
  • Mobbing
  • Konflikte zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten...

Was erwartet uns in der Mediation?

Der Mediationsprozess findet in einer Atmosphäre der Vertraulichkeit, gegenseitigen Offenheit und des Respekts vor dem anderen statt.

Während des Mediationsprozesses ist es Ziel der Mediatorin, das persönliche Wachstum der Parteien zu fördern, das Verständnis und die Akzeptanz für die andere Partei zu erhöhen und die Beziehungen der Parteien untereinander zu verbessern. Die Mediatorin ist dabei neutrale Dritte ohne jegliche Entscheidungsgewalt. Sie versucht die sich im Streit befindenden Parteien auf dem Weg zu einer Einigung zu helfen.

Sollte keine Übereinkunft möglich sein, so können die Parteien mit Hilfe der Mediatorin zumindest versuchen, sich über einen Teil der Streitpunkte einigen. In jeder Phase besteht auch Möglichkeit die Mediation abzubrechen, ohne eine Einigung erzielt zu haben

Fünf Phasen des Mediationsgesprächs

Erstens Einleitungsphase:

Die erste Phase dient der Einleitung, dem Schaffen von Vertrauen und der Zusicherung der Vertraulichkeit. Die Regeln werden vermittelt, die Schritte und Ziele des Verfahrens erläutert, die Rollen und Aufgaben erklärt. Als Abschluss der ersten Phase wird sichergestellt, dass alle mit diesem Weg einverstanden sind und freiwillige an der Mediation teilnehmen

Zweitens Gegenstand des Konfliktes:

Die zweite Phase des Wegs führt mitten in den Konflikt hinein. Beide Konfliktparteien tragen nacheinander ihre Sichtweise vor, die Mediatorin spiegelt die Positionen, fragt nach, ob sie richtig verstanden hat, gibt notfalls Formulierungshilfe. Am Schluss dieser Phase fasst die Mediatorin das Gehörte zusammen. 

Drittens Konflikterhellungsphase:

In der mittleren Phase werden die Hintergründe des Handelns aufgedeckt, deren sich die Streitparteien oftmals nicht bewusst sind, hier geht es z.B. um Interessen die hinter dem Konflikt liegen und Motive, Emotionen und bisherige Erfahrungen. Am Schluss dieser Phase wird nachgefragt, welche Gefühle und Wünsche die beiden Parteien jetzt haben.

Viertens Lösungsphase:

Hier treten die TN erstmals wieder in den Dialog. In der vierten Phase sollen die Konfliktparteien Lösungen finden. Nach einem Brainstorming werden alle Vorschläge bewertet. Sobald jemand mit einer Lösung nicht einverstanden ist, fällt sie heraus. Schließlich soll eine Win-Win-Lösung gefunden werden, die beide Parteien mittragen können. Nur durch diesen Konsens wird sichergestellt, dass der Konflikt tatsächlich beigelegt ist. In dieser Phase prüfen alle gemeinsam ob die vorgeschlagenen Lösungen realistisch sind.

Fünftens Vereinbarung:

In der fünften Phase unterschreiben alle Beteiligten eine Vereinbarung, dass die Lösung realisiert und getestet wird. Dabei wird ein Zeitraum festgelegt, innerhalb dessen man überprüft, ob die Lösung tauglich und tragfähig ist. Sollte das nicht der Fall sein, werden Teile des Mediationsverfahrens wiederholt, um zu einer neuen Lösung zu kommen.