Cool sein - Cool bleiben

Gewaltpräventionsprogramm „Cool sein - Cool bleiben“

Training zum Erwerb von Handlungskompetenz in Gewaltsituationen

Allgemeines

Patentrezepte für den Umgang mit Gewalt gibt es nicht. Durch Erweiterung der eigenen Handlungskompetenz und Verhaltensalternativen sollen Sicherheiten im Umgang mit Gewalt und Aggression im öffentlichen/schulischen Raum vermittelt werden. Das Training richtet sich an die weitaus überwiegende Zahl an Kindern und Jugendlichen, die nicht gewaltbereit sind und Aggressionen aus dem Weg zu gehen versuchen.
Die Prämisse des Trainings lautet: Kinder und Jugendliche, die einen bewussten Zugang zu Situationskonstruktionen, Handlungsabläufen und Risiken bei Provokationen, ungewollten körperlichen Begegnungen (versehentliches Anrempeln) und gewalttätigen Vorfällen haben, stehen weniger in der Gefahr, sich in gewalttätige Auseinandersetzungen verwickeln zu lassen und zu verletzen bzw. selbst Opfer zu werden.

Zielgruppe und Ziele

Das Programm "Cool sein  - cool bleiben" richtet sich in erster Linie an Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klassen und gleichaltrige Jugendliche in Gruppen und Vereinen.

4 Trainingseinheiten

Cool sein – Cool bleiben“ will ein klares Verständnis davon vermitteln, wie gewalttätige Situationen aufgebaut sein können und welche Verhaltensmöglichkeiten die jungen Menschen haben, einen Konflikt anzunehmen oder abzuwehren (1. Trainingseinheit)
In der 2. Trainingseinheit sollen sie Handlungsmuster erlernen, die einen sofortigen Ausstieg aus der bedrohlichen Situation ermöglichen, indem sie das "Magnetfeld", das der Angreifer/Täter aufbaut, verlassen, sich von ihm entfernen und möglichst Öffentlichkeit herstellen. Veranschaulicht wird die Konflikt- und Gewaltdynamik durch das “Haus der Gewalt”.
Die 3. Trainingseinheit hat "richtiges Helferverhalten" zum Inhalt. Die Helferaktivitäten sind auf das Opfer gerichtet und haben zum Ziel, das Opfer aus dem "Magnetfeld" des Täters zu entfernen und den Tatvollzug durch eigenes Verhalten zu stören und auf diese Weise zu beenden.
In der 4. Trainingseinheit werden die erarbeiteten und erprobten Verhaltensmuster noch einmal aufgegriffen und können - vornehmlich in Rollenübungen - anhand ausgewählter kritischer Situationen, z. B. Erpressung auf dem Schulhof , Angriff auf dem Schulweg, Belästigungs- und Bedrohungssituationen in öffentlichen Verkehrsmitteln, vertieft
werden.

Methodisches

Das Programm ist zwar auf 4 Trainingseinheiten (je ½ Tag) angelegt, doch kann es unter entsprechender Schwerpunktbildung auf 6 Stunden zusammengezogen werden. Die Seminarinhalte werden an Hand von Rollenspielen mit den Schülerinnen und Schülern  trainiert. Inhaltlich gibt es zwar Überschneidungen mit anderen Konzepten, z. B. dem Villigster Gewalt-Deeskalationstraining oder dem Zivilcouragetraining, gleichwohl verfolgt "Cool sein - cool bleiben" einen eigenen Ansatz zur Gewaltprävention.

Text von Heinz Kraft.