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Gewalt – Deeskalationstrainings mit Pferd

Das Pferd als Spiegel deines Verhaltens und verdeckter Kommunikation

Persönlichkeitstraining mit dem Medium Pferdpferd
Pferde waren und sind heute noch meine Lehrmeister.
Für die Verständigung mit ihnen braucht man Achtsamkeit, Respekt, Sensibilität und Selbstbewusstsein. Pferde können sehr genau unterscheiden, ob das Selbstbewusstsein ihres Gegenübers aufgesetzt oder tatsächlich vorhanden ist, entsprechendes spiegeln sie mit ihrem Verhalten. Ich setze die Pferd in meine Trainings ein, um die Persönlichkeit der Teilnehmer/innen zu trainieren, Authentizität einzuüben und Verhaltensalternativen auszuprobieren.

Nicole M. Gerlach
marjo@muenster.de

 

Ein Erfahrungsbericht:

Deeskalationstraining mit jugendlichen Mädchen, heranwachsenden Frauen



Anfang Nov. 05 führte der Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken in Zusammenarbeit mit Frau Nicole Marjo Gerlach ein dreitägiges Deeskalationstraining mit acht jugendlichen Mädchen / heranwachsenden Frauen durch. Fünf von ihnen hatten die gerichtlichen Weisung oder die Auflage im Rahmen eines Diversionsverfahrens an diesem Training teilzunehmen.

Mpferd_01ittelpunkt des Trainings war, sich der eigenen Kommunikations- und Deeskalationsmöglichkeiten sowie der eigenen Entscheidungskompetenz und Verantwortung bewusst zu werden.

In diesem Zusammenhang fand der zweite Trainingstag mit zwei Pferden als ‚Kommunikationspartner’ in einer Reithalle bei Münster statt. Einige Teilnehmerinnen hatten Vorerfahrungen im Umgang mit Pferden, eine unter ihnen - unfallbedingt - eher traumatische Erinnerungen, anderen war dieses Tier ‚aus der Ferne’ bekannt und z.T. aufgrund seiner Größe eher suspekt.

Zunächst wurden die Pferde in der Herde beobachtet, bevor sich jede Teilnehmerin persönlich mit den Trainingspferden vertraut machen konnte. Mit Anleitung und unterschiedlichen Aufgabenstellungen lernten sie, zum Pferd Kontakt aufzunehmen, sie zielgerichtet zu führen und zum Stehen zu bringen - später ohne Führstrick - ausschließlich anhand der bewusst eingesetzten eigenen Körpersprache und mit Hilfe klarer Aufforderungen dem Tier gegenüber.

Teilnehmerinnen, die eher ‚robust’ mit sich und anderen umzugehen schienen, zeigten die Fähigkeit, zu den Pferde freundschaftlich, liebevoll, zärtlich Kontakt aufnehmen zu können. Sie spürten ein Interesse der Tiere ihnen gegenüber. Schließlich erlebten sie, wie sie die für sie zum Teil sehr großen Tiere mit klarer Stimme bewegen konnten, ohne sie anschreien oder schlagen zu müssen. Zur Selbsterfahrung wurde: die Pferde lassen sich von mir bewegen, mitnehmen und ich kann, wo ich es will, sie zum Stehen bringen. Ich kann ohne verbal oder nonverbal verletzen zu müssen selbstwirksam kommunizieren. Zunehmend wurden zielgerichtete Bewegungen mit dem Pferd ohne Führstrick eingeübt. Nicht alles gelang beim ersten Mal, dies spiegelte eigene Grenzerfahrungen und die Option, mit Übung und Anleitung doch zum gewünschte Ziel zu kommen.

Der abschließende Trainingstag diente der Reflexion eigener Erfahrungen, der Vertiefung des Erlebten, der Sammlung und dem Ausprobieren persönlicher Verhaltensmöglichkeiten in Konfliktsituationen. Dabei bestanden die Trainingstage insg. überwiegend aus Übungen mit anschließend kurzer Reflexion der Inhalte. In der abschließende Evaluation erhielt die Trainerin ein positives Feedback der Teilnehmerinnen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Im Auftrag

Beate Wittenbrink

Kontakt: b.wittenbrink@kreis-borken.de

 

Das Konzept:

Das Pferd als Spiegel deines Verhaltens und verdeckter Kommunikation
Training zur Deeskalation von Konflikten und Gewalt für Mädchen und junge Frauen

    Modul1          Deeskalationstranig
    Modul 2         Training mit Pferd 
    Modul3          Reflektion und Transfer in den Alltag


Deeskalation von Konflikten und Gewalt

Ausgangspunkt:


Wer Gewalt und Rassismus vermeiden, verhindern,  oder sogar deeskalieren will,
muss genau wissen, worum es sich handelt,
wo Ursachen zu suchen und zu finden sind,
welche Wirkungen und Spuren Gewalt hinterlässt
und woran man Gewalt, auch versteckte, heimliche Alltagsgewalt, erkennen kann.

Gewalt muss als Gewalt erst einmal erkannt werden, um deeskaliert werden zu können!

Ziel:
dieses Trainings ist es, die Mädchen und jungen Frauen so zu stärken, dass sie auf Gewalt als „letztes Mittel“ nicht zurückgreifen brauchen und sogar die Gewalt anderer vermindern können.
Es wird erfahren und erprobt was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb in Zukunft zum persönlichen Verhaltenkodex zählen kann.

Das Training ist als handlungsorientiertes  Seminarprogramm konzipiert.
Dabei geht es zum einen um das kennen lernen und Ausprobieren von konkreten Verhaltensmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen, zum anderen um den Aufbau von reflektierten Positionen zur offensiven, möglichst gewaltlosen Auseinandersetzung mit aggressiven oder gewaltbereiten Jungen, Mädchen, Jugendlichen und Erwachsenen.

    Inhalte:

      Erkennen und Benennen von Konflikten und Gewaltsituationen;
      Sensibilisierung für den Sinn und die Notwendigkeit von Regeln;
      Sensibilisierung für den eigenen - ebenso wie für den Körper anderer; 
      Überprüfung eigener Positionen zur Gewalt, eigener Widersprüche und eigener Aggressionspotentiale;
      Impulse und Übungen zur Thematisierung von Gewalt;
      Entwicklung von Interventionsberechtigung;
      Erprobung von Flucht- und Interventionsmöglichkeiten in der Dynamik von Gewaltprozessen;
      Überprüfung und Erweiterung des Verhaltens- und Handlungsrepertoires in Stress-Situationen; 
      Training zum offensiven, intuitiven und reflektierten Handeln in Konflikt-, Bedrohungs-, Krisen- und Gewaltsituationen.


    Modul 1

      Zielsetzung:

        Entwicklung, Erprobung und Sicherung (Transfer) von Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in Konflikt-, Bedrohungs- und Gewaltsituationen.
        Entwicklung von gewaltdeeskalierenden Verhaltens- und Handlungsmöglichkeiten in drei Teilschritten:
        1.Gewalt beim Namen nennen und thematisieren können.
        2.Vermittlung von Methodenrepertoires zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung.
        3.Überprüfung und Weiter-Entwicklung eigener Positionen


      Methoden:

        Neben eher kurzen theoretisch kognitiven Seminarsequenzen, ist die Methodik handlungsorientiert. Die Inhalte sollen erlebt, ausprobiert und dadurch erfahrbar werden. Dazu werden u.a. spielerische Elemente, theater-, erlebnispädagogische Methoden, Plenum– und Kleingruppenarbeit mit Reflexions- und Transferphasen verknüpft und für den Trainingseinsatz genutzt. 

 Das Pferd als Spiegel deines Verhaltens und verdeckter Kommunikation

Ausgangspunkt:

„Bist du überzeugend, hört man dir zu wenn du sprichst?“
Oft schwingen in unseren Worten Gefühle mit, die die Wirkung schwächen. Die Reaktion der Pferde sind eindeutig und direkt.
Die Zielgruppe sind Mädchen und jungen Frauen mit unterschiedliche Biographien, die häufig von Ignoranz, geringer Wertschätzung aber auch von Grenzüberschreitung geprägt sind. Manche Menschen scheinen ihnen nur Aufmerksamkeit zu schenken, wenn sie interessantes Verhalten zeigen, welche nicht selten auffällig, aggressiv oder gewalttätig ist. Selten erfahren sie Anerkennung und Erfolg und immer wieder die gpferd_02leichen Enttäuschungen.
Viele Menschen, nicht nur die angesprochene Zielgruppe, sind sich ihrer Sprache und Körpersprache nicht bewusst. Das Ziel ihrer Aussage stimmt nicht überein, mit der Sprache, der Wahl der Worte, der Haltung des Körpers.
In der Arbeit mit Mensch und Pferd in der Manege wird es besonders deutlich.
Stimmt die Körpersprache nicht mit dem ausgesprochen Wunsch überein,  dann reagiert das Pferd auch nicht entsprechend.
Möchte ich die Aufmerksamkeit des Pferdes,
muss ich das entsprechend zum Ausdruck bringen. Möchte ich mit dem Pferd zusammenarbeiten, will ich das es mir folgt, dann muss ich mit ihm den Weg klar und deutlich beschreiten. Soll es vor mir weichen muss ich eine deutliche Sprache sprechen.
Die Kommunikation reduziert sich auf das was für die Kooperation notwendig ist: Klarheit, Transparenz, Authentizität, Selbstbewusstsein, Wertschätzung, Vertrauen und Verantwortung.

Im Laufe des Trainings gewinnen die Kursteilnehmerinnen sichtlich mehr Klarheit, Direktheit und Selbstbewusstsein.
Das Zusammenspiel zwischen ihrer Sprache und der entsprechenden Körpersprache wird harmonischer und effizienter.

Das Pferde schult die Persönlichkeit des Menschen- diese Erkenntnis haben schon die Ordensritter als Geheimnis gehütet. Pferde sind größer und stärker als Menschen. Wir können sie gegen ihren Willen weder stoppen noch zur Seite schieben- es sei denn mit Gewalt oder wir geben die richtigen Signale und übernehmen die Rolle der Leitstute oder des Leithengstes.

Das Training mit Pferd ist eine Persönlichkeitsentwicklungsmaßnahme, die den Teilnehmern/innen Kommunikationsprozesse und   Teamworkprozesse, auf eine anschauliche, effiziente, sehr intensive und nachhaltige Art und Weise deutlich macht.

Erfahrungen im Umgang  mit Pferden sind nicht erforderliche. Angst vor Pferden wird mit der ersten Trainingsphase schnell überwunden. Pferdekenner haben gegenüber Pferdenichtkennern keinen sichtbaren Vorteil. Das Pferd ist in diesem Training Medium und Feedbackgeber. Der Mensch steht im Mittelpunkt, das Team steht im Mittelpunkt.

 

Modul 2

Zielsetzung:

Es wird Teamgeist und Verantwortung, Sensibilität und Durchsetzungsvermögen, Intuition und Zielorientierung, Glaubhaftigkeit und Integrität, Körpersprache und Präsenz erfahren.

  1. Die eigene Art und Weise der Kommunikation erkennen. Möglichkeiten und Grenzen dieser Art erfahren.
  2. Verhaltensalternativen einüben und die Körpersprache schulen. Sicherheit, Selbstbewusstsein und Wertschätzung erfahren.
  3. Alternativen ausprobieren und im Team Aufgaben bewältigen.


Was geschieht?
Im Training durchlaufen die Teilnehmer/innen zwei Arbeitsphasen und zwei Reflektionsphasen :

Trainingspartner Mensch und Pferd.
Im Training arbeiten Teilnehmer/innen zusammen im Team und einzeln mit den Pferden.
Begeleitet wird das Training von mir und einer Kotrainerin.

    Trainingsinhalte:

      Themenschwerpunkte:

        • Aufmerksamkeit: „Ich will das du mir zuhörst!
        • Abweisen können: „Bleib wo du bist!
        • Beobachten, Beurteilen
        • Respekt und Vertrauen
        • Wahrnehmung und Wirklichkeit
        • Wunsch und Verwirklichung
        • Teamentwicklung

    Trainingssequenzen:

    • integriert zwischen Modul 1 und 3
    • Ein Tageseminare
    • Teilnehmer/innen von 4 bis 12 Personen


Ort: FN-Reitanlage im Kreis Warendorf



Modul 3

Im dritten Modul werde die Erfahrungen, Erkenntnisse und vielleicht auch Verunsicherungen aus den ersten 2 Modulen aufgegriffen, reflektiert in den Alltag transferiert und unter weiterführender Thematik bearbeitet.
Ich schlage den Themenschwerpunkt Lebensweisen oder Rassismus vor.


Zielsetzung: Modul 3 Themenfeld: Lebensweisen
Reflektion Module 1 und 2
Vertiefung der Ziele der Module 1 und 2

  1. Unterschiedliche Lebenseisen thematisieren
  2. Persönliche- und die Bedürfnisse anderer erkennen und benennen
  3. Alternative Konfliktlösungen erproben und mitnehmen

Zielsetzung: Modul 3 Themenfeld: Rassismus
Reflektion Module 1 und 2
Vertiefung der Ziele der Module 1 und 2

  1. Rassismus und Diskriminierung erkennen und benennen
  2. Eigene Erlebnisse Thematisieren
  3. Alternative Konfliktlösungen erproben und mitnehmen


Nicole Marjo Gerlach

Kontakt unter: marjo@muenster.de

 


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