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Seminarbericht: „Rechte Jugendkulturen“, 27. – 28.10.2007
Gewalt Akademie Villigst, Leitung: Cornelius Peltz & Axel Dumschat

Am Samstag, 27. Oktober kamen die Ausbildungsgruppe Dortmund und einige Gastteilnehmer/innen in der Gewalt Akademie in Villigst zusammen, um zwei Tage das Thema „Rechte Jugendkulturen“ inhaltlich und methodisch zu bearbeiten.

Als Referent war der Bremer Soziologe und Buchautor Cornelius Peltz eingeladen worden. Peltz arbeitet seit mehreren Jahren auf praktischen und wissenschaftlichen Ebenen zu den Themen Rechtsextremismusprävention und –intervention.
Informationen zum Referenten können unter www.demokratie-ist-pop.de abgerufen werden.

Im Mittelpunkt der Fortbildung standen der Erwerb und die Einübung von Fähigkeiten, Kenntnissen und Kompetenzen für die praktische Auseinandersetzung mit rechtsextremen Lifestyles und menschenfeindlichen Handlungsmustern bei Jugendlichen.

Zu Beginn der Fortbildung erarbeiteten sich die Teilnehmenden unter Anleitung des Referenten eine Definition des Begriffs Rechtsextremismus und setzten sich mit den Fragmenten dieser menschenfeindlichen Ideologie auseinander. Dabei galt es auch die eigene „Haltung“ zu klären.

Nach dem per Definition der gemeinsame Nenner festgelegt war, stand die Bearbeitung der Frage „Wie funktioniert Rechtsextremismus (bei Jugendlichen)?“ im Mittelpunkt.
In diesem Kontext erhielten die Teilnehmenden Informationen zu rechtsextremen Codes, Symbolen und Kleidungsstücken und erarbeiteten sich in Kleingruppenarbeit die Funktion und Bedeutung rechtsextremer Musik.

Bei der Analyse der Songtexte, ergaben sich zahlreiche Hinweise auf mögliche Hintergründe und Ursachen menschenfeindlicher Orientierungen bei Jugendlichen.

Eine zentrale Erkenntnis war an dieser Stelle, dass wir bei aller persönlichen Ablehnung rechtsextremer Ideologie(fragmenten) und Gewalttätigkeit akzeptieren müssen, dass diese Art der „Erlebniswelt“ aus unterschiedlichen Gründen eine hohe Attraktivität für viele Jugendliche besitzt.
Akzeptanz meint hier, die Anerkennung der Jugendlichen als Adressaten von Jugendarbeit, bei gleichzeitiger Ablehnung/Distanz zu ihren menschenfeindlichen Denk- und Handlungsmustern.

Neben der ausgiebigen Auseinandersetzung mit den Inhalten und Strategien der extremen Rechten bildete das Ausprobieren von Methoden zur Förderung eines demokratischen Miteinanders, eine zweite zentrale Säule des Seminars.

Inhaltlich ging es bei den Übungen u.a. um das affektive Erleben, dass die eigene Stimme bei demokratischen Entscheidungsprozessen eine gewichtige Ressource ist, und deren Gebrauch wohl bedacht sein sollte.
Weiter ging es mit der Erarbeitung und Wahrnehmung des Kulturbegriffs sowie um eine differenzierte Wahrnehmung des (subjektiv wahrgenommenen) „Deutschseins“.
Es gilt diese Inhalte reflektiert zu bearbeiten, positiv zu besetzen und die inhaltliche Definition nicht der extremen Rechten oder Rechtspopulisten („Leitkulturdebatte“) zu überlassen.

Die dritte Säule bildete die Vermittlung von kurzweiligen Übungen und „WarmUps“, die beim thematischen Einstieg oder bei der (Wieder)-herstellung von Konzentration in der Gruppe behilflich sein können.

Insgesamt wurden Innerhalb der Fortbildung die multimedial gestützten Inputs mit Kleingruppenarbeit und praktischen Übungen verzahnt.

In der gemeinsamen Auswertung des Seminars konnten sowohl die Teilnehmer/innen als auch der Referent ein sehr positives Fazit ziehen.


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