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Schulinterne Lehrer/innenfortbildung (SchilF) der Gewalt Akademie Villigst mit dem Kollegium der Gesamtschule Duisburg – Ruhrort am 23. Oktober 06
Zu einem besonderen Deeskalationstraining mit über 70 Lehrer/innen der Gesamtschule Duisburg-Ruhrort und fünf Trainer/innen der Gewalt Akademie Villigst entwickelte sich die Lehrerfortbildung eines kompletten Kollegiums.
Nicht reden sondern begreifen – verstehen – erfahren – fühlen – schmecken - ertasten und Sensibilisierung für die alltägliche Gewalt im Schulflur, im Klassenzimmer, in Redebeiträgen, in Gestik und Mimik, auf dem Hof oder im Lehrer/innenzimmer standen im Vordergrund.
Als Auftakt fand keine große Rede sondern ein Konsensfindungsprozess statt, in dem alle, erst einzeln, dann zu zweit, zu viert usw. gemeinsam ein „heimliches Schulcurriculum“ entwickelten und die Bedingungen aushandelten damit Lernen gelingen kann und Schüler/innen wie Lehrer/innen auf Gewalthandlungen als scheinbare Lösungsmittel nicht zurückgreifen brauchen. (Was brauchen Kinder und Jugendliche am allernotwendigsten, damit sie auf Gewalt verzichten können?).
In vier je zweimaligen Workshops (jede/r konnte also an zwei Vertiefungen teilnehmen) ging es dann zur Sache.
Kampfesspiele: Nicht der Kampf ist das Problem sondern die Verletzung. Im Workshop ging es darum, Lust zu wecken, Bausteine und Elemente der Kampfesspiele selbst in der Praxis auszuprobieren. Die Chance, Verständnis für die Lust von Jungs und Mädchen am Kämpfen zu entwickeln. Erleben und reflektieren verschiedener Kampfesspiele. (Uwe Ihlau)
Regeln und Grenzen: Wie kann ein/e Lehrer/in sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf wesentliche Grundlagen eines positiven Zusammenlebens verständigen und gemeinsam herausfinden, begreifen, erfahren und verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten kann und soll. (Carl-Wilhelm Borgstedt)
Gewalt und Mobbing in der Schule: Hinschauen und Handeln! Kinder berichten von Stress in der Schule, von Konflikten die nicht nur mit Worten ausgetragen werden, von Ausgrenzung und Grenzüberschreitungen. Der Workshop vermittelte theoretische und praktische Kenntnisse über Konflikte, Gewalt und Mobbing im Schulalltag und sensibilisierte für Interventionen und notwendige Handlungsstrategien. (Nicole Gerlach) Integration von Einheimischen und Kindern aus Zuwandererfamilien ist in der Schule von elementarer Bedeutung. Dazu gehört das Recht hat, von Anderen akzeptiert und respektiert zu werden. Wie dies geschieht konnte durch Stresssituationen und praktische Übungen erprobt und anschließend reflektiert werden. (Hans Schneider)
Der Ausklang des intensivst und durchaus lustvoll erlebten Tages geschah in einem Austausch über die aktuellen Glaubwürdigkeitsprobleme von Lehrer/innen angesichts der sich multiplizierenden selbsternannten „Sinndeuter“ in den Medien und in aller Öffentlichkeit. Die qualitativen Rückmeldungen aus dem Kollegium (Durchschnittswert 1,85 auf einer Skala von 1+ bis 5-) zeigen, dass die Thematisierung von Gewalt in der Schule Sinn macht und dazu noch spannend gestaltet werden kann. (Ralf-Erik Posselt)
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