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Rechtsextremismus zum Thema machen Evangelische Jugend gegen Rechtsextremismus
Warum wir etwas tun müssen
Es ist ein langer Weg zu einer Gesellschaft ohne Rechtsextremismus und Rassismus, aber es ist ein guter und der richtige Weg. Der Staat muss seinen Teil dazu beitragen, aber wir dürfen uns nicht allein auf ihn verlassen. Wir brauchen Jugendgruppen und Initiativen gegen rechtsextremistische Menschenverachtung. Wenn wir in einer weltoffenen Gesellschaft leben wollen, müssen wir selbst aktiv werden …von alleine entsteht sie nicht.
Wir unterstützen euch
wenn sich in euren Gruppen plötzlich Rechtsextremisten zu erkennen geben
wenn rechtsextreme Veranstaltungen, Demonstrationen oder Aufmärsche geplant sind
wenn Friedhöfe oder Gedenkstätten geschändet werden
wenn Zeitungen oder Flugblätter mit menschenfeindlichen Parolen auftauchen
wenn „Angstzonen“ entstehen und „Gewalt in der Luft“ liegt
wenn rechtsextremistisch orientierte Leute in euren Veranstaltungen, im Jugendhaus, in der Schule auftauchen
… oder mit Schmierereien von sich reden machen
usw. …
Wir helfen euch
um Wege, Strategien und Praxis zu entwickeln, um rechtsextremen Entwicklungen konstruktiv entgegen zu treten
im Umgang mit (sensationsorientierten) Medien
bei der Entwicklung von Präventionskonzepten zur Stärkung der Jugendarbeit
falls Sie in Ihrer Kommune, in der Schule, in Vereinen oder einfach gesagt in Ihrem Umfeld rechtsextreme Tendenzen oder konkrete Aktivitäten feststellen.
usw. …
Wir bitten euch …
um Zusammenarbeit und Informationen darüber, welche rechtsextremistischen Gruppierungen in eurer Gegend aktiv sind und was sie machen
um einen Austausch von Ideen, Initiativen, Aktionen und Projekten zum Themenfeld Rechtsextremismus, damit wirkungsvolle Projekte nicht „geheimes Wissen“ der je eigenen Gruppe bleiben, sondern als erfolgreiche Praxis in andere Jugendszenen transportiert werden
bitte schickt uns Infos über eure Vorhaben und eurer Projekt
arbeitet mit an einem Netzwerk der Evangelischen Jugend, um dem Rechtsextremismus das Wasser abzugraben.
Rechtsextremismus zum Thema machen
Die Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus zeigen aktuell einige kritische Bereiche auf:
Die häufig praktizierte Strategie von Ausgrenzung und Diffamierung von Rechtsextremisten, ohne inhaltliche, sozial-politische Auseinandersetzung mit ihren Themen und Zielen, reduziert das Problem häufig auf eine formale Abgrenzung. Parolen wir „Nazis raus“, „Geh denken“, „Schlauer statt braun“ usw. beruhigen zwar unsere Nerven, lösen das Problem aber nicht.
Häufig findet die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus nur reaktiv statt und endet, wenn sich das Problem aus den Schlagzeilen verabschiedet hat.
Oft wird Rechtsextremismus als ein einheitlicher Block von Irregeleiteten oder Dummköpfen bekämpft, ohne seine asozialen, autoritären, xenophoben (krankhafte Furcht vor Fremden), antisemitischen, respektlosen und undemokratischen Inhalte zu begründen, herauszuarbeiten und deutlich beim Namen zu nennen.
Die Suche junger Menschen nach Geborgenheit, Anerkennung, vertraute + verlässliche Partner/innen, Selbstwertgefühl, Zärtlichkeit, Liebe, Vertrauen, Respekt, Wertschätzung, Orientierung, Atmosphäre, Raum und Zeit findet aktuell in rechtsextremistischen Szenen deutliche Antworten (wenngleich auch mit anderem Vokabular: Kameradschaft, Treue, Ehre, Stolz…) und wird überall dort kritisch, wo demokratie- und menschenrechtsorientierte Jugendarbeit vernachlässigt oder zerstört wird.
Fast überall mangelt es an sozial-politisch gewollten, kontinuierlich aufklärenden Initiativen und Bündnissen, die über reine Symbolpolitik hinausgehen.
Die wirksame Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus beginnt nicht erst, wenn Rechtsextremisten in unseren Regionen aktiv werden oder aufmarschieren.
Sie beginnt mit Verständigungsprozessen im Elternhaus, im Kindergarten, in der Schule und insbesondere in der Jugendarbeit, um sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen und um möglichst mit allen Sinnen zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll und kann.
Themen wie Demokratieentwicklung, Gewaltdeeskalation, Rassismus, Menschenrechte, Antisemitismus, Sexismus, Xenophobie (krankhafte Furcht vor Fremden) usw. und die reflektierende, gelebte Praxis von Demokratie stehen dabei ebenso im Vordergrund wie die Frage: „Was brauchen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, damit sie auf die Verletzung, Demütigung, Erniedrigung usw. anderer verzichten können.
Dabei geht es insbesondere auch darum, Raum –Zeit – Atmosphäre, Methodenrepertoires, konstruktive Konfliktlösungen und Praxis zu entwickeln, zu erproben und zu realisieren, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene selber herausfinden können, was gut oder schlecht für sie ist und damit sie auf Rechtsextremismus als scheinbares Lösungsmittel nicht zurückgreifen müssen.
Amt für Jugendarbeit der EKvW Ansprechpartner: Ralf-Erik Posselt Tel: 02304-755190 Email: netzwerk@afj-ekvw.de Internet: www.aej-haus-villigst.de
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