zebras_titel_oben
Zur Startseite der Gewalt Akademie Villigst Amt für Jugendarbeit - Evangelische Kirche Westfalen

Lehrtraining ABG ESSEN: Deeskalation II 26.-27. Juni 2010

Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir am Samstag,  den 26. 06.2010  in der Jugendakademie des schönen Dörfchens Walberberg bei Bonn ein.  Nach einer kurzen Eingewöhnung in die Jugendherbergs-Atmosphäre beim Betten beziehen, sammelten wir uns voller Spannung ob der Dinge die da kamen.  Zur Freude aller entschieden wir, das Programm nach draußen zu verlegen und das schöne Wetter auszunutzen.
Zu Beginn stellte unser Lehrtrainer Tim Bärsch sich vor und bat uns, es ihm nach zu tun. Jedoch nicht ohne nicht eine Anekdote zu unserem Namen aus zu plaudern. So erfuhren wir unter anderem, dass Klaus gern den Nikolaus spielt, Joana es hasst, Johanna genannt zu werden, Andrea oft Andreas genannt wird und Artur sich gern mit Konig Artus vergleicht.
Im Anschluss daran stellte Tim einige gute und weniger gute Bücher zu verschiedensten Bereichen der Themen Gewalt und Rassismus vor, von denen einige am späteren Abend noch zur Belustigung einiger führten. Dabei vergaß er selbstverständlich nicht, seine eigenen Bücher anzupreisen
Dann ging es richtig los. Bei der Aufgabe, 18 Nägel auf einem einzelnen, aufrecht stehenden Nagel sicher aufzuschichten, gerieten die grauen Zellen der ersten schon ganz schön ins schwitzen.  Der blinde Mathematiker, der in unserer Gruppe durch wundersame Heilung zu unserem Glück wieder sehend war, ließ auch alle anderen aktiv werden. Mit einem Seil z.B. das Haus vom Nikolaus oder ein gleichschenkliges Dreieck zu bilden, wenn die rechte Hand das Seil nicht loslassen darf, ist nämlich gar nicht so einfach.
Beim Mittagessen konnten wir uns dann Stärken, bevor es in die nächste Runde ging. Die Aufgabe bestand darin, in Kleingruppen einen Edding so weit wie möglich hinter einer Linie senkrecht aufzustellen, ohne diese zu übertreten.  Die Gruppen entwickelten zwei unterschiedliche Techniken, wobei sehr schnell ein Favourit feststand. Mit der Gesamtgruppe wurde dann noch der Rekort mit einer Weite von 2,14m aufgestellt.

Bei einer theoretischen Zwischeneinheit erfuhren wir, dass in Gefahrensituationen unser Gehirn dem eines Krokodils gleicht und nur noch zwischen Angriff oder Flucht entscheidet.
Bei einer weiteren Übung befassten wir uns näher mit dem Thema Körpersprache. Wie steht jemand der Angst hat? Wie sieht jemand aus, der aggressiv ist. Und hilft es, einem jungen Mann, der sich aufführt wie ein Gorilla, der sein Revier verteidigen will, eine Banane hinzuwerfen???
Nach dem Abendessen hatten wir noch die Aufgabe, uns bei einem von drei „Konflikttieren“ einzuordnen. Zur Auswahl standen der Bär, der Wolf und der Rabe, die jeweils unterschiedliche Verhaltenstypen in Konfliktsituationen repräsentierten. Im Anschluss daran sollen die einzelnen Konftikttiere zusammentreffen und überlegen, was sie jeweils vom Gegner benötigen, um den Konflikt aufzulösen. Dies war zumindest bei dem Bären sehr einfach. Sie brauchen lediglich die Einsicht des Gegners, dass sie im Recht sind
Bei gemütlichem Beisammensein klang der Abend aus. Wobei einige sich noch näher mit Tims Büchern über Körpersprache beschäftigten. Dies führte zu viel Spaß und Erkenntnissen wie „Bauch zeigen“ bei Frauen heißt : „Ich bin gebärfähig, aber nicht schwanger!“
Am nächsten Tag, der ebenso sonnig war, wie der vorherige, wurde Tim durch seine Frau Sibylle ergänzt.  Um dem gestrigen Programm den nötigen theoretischen Background zu geben, beschäftigten wir uns mit den Phassen, die eine Gruppe durchläuft und den sich daraus ergebenden Phasen eines Trainings. Außerdem erhielten wir viele konktrete Tips zum Verhalten und der Körpersprache als Trainer.
Außerdem packten Tim uns Sibylle ihr Waffenarsenal aus, um uns zu zeigen, welche Waffen legal vom wem besessen werden dürfen und wie wir uns als Pädagogen korrekt verhalten, wenn wir solche Waffen bei unseren Kindern oder Jugendlichen finden. Nebenbei erfuhren wir noch, dass unsere Lehrtrainer sich gern auf Mittelalterfesten tummeln und in welcher Taverne sie ab und zu zu finden sind.
Pünktlich, um zum Achtelfinale wieder in Essen zu sein, machten wir uns dann braungebrannter und schlauer als vorher wieder auf den Weg nach Hause.
Stephanie Schyra


webmaster@gewaltakademie.de