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Ausgezeichnet! Aus der Laudatio zur Preisverleihung: Bündnis für Demokratie und Toleranz 2007
… Ich komme nun zu den heute auszuzeichnenden Projekten. Die fünf Preisträger sind in den Bereichen Gewaltprävention und Integration angesiedelt.
Als Bündnis für Demokratie und Toleranz — gegen Extremismus und Gewalt haben wir im Rahmen dieses Wettbewerbes schon zahlreiche interessante Beiträge zur Gewaltprävention bekommen. Beim „Bündnis für Erziehung im Kreis Gütersloh" handelt es sich um ein neuartiges Modell, das ich deshalb ganz besonders gerne auszeichne.
Das Gütersloher Bündnis koordiniert eine große Gruppe ehrenamtlich tätiger Eltern, die an den Schulen ihrer Kinder Stunden sozialen Lernens gestalten und damit einen wichtigen Erziehungsbeitrag leisten.
Ausgangspunkt war die Erfahrung, dass es bereits unter Grundschulkindern in nennenswertem Maße Gewalt gibt und diese auch zunimmt. Ich denke, dass Ihre Methode, spielerisch kommunikative und kooperative Handlungsmöglichkeiten der Kinder zu fördern, ein gutes Training zur gewaltfreien Konfliktlösung darstellt. Ein wichtiger Grund für den Erfolg dieses Projektes scheint mir die geschickte Kombination eines intelligenten ehrenamtlichen Engagements der Eltern mit einer gezielten professionellen Unterstützung durch Deeskalationstrainer zu sein. Und ein Grund für die Auszeichnung war die Nachhaltigkeit, d. h. dass das Angebot regelmäßig und über eine Dauer von ein bis drei Schuljahren stattfindet. Das Gütersloher Bündnis für Erziehung, das von einer Grundschullehrerin, einem Jugendarbeiter, zwei Polizeibeamten und einem evangelischen Pfarrer getragen wird, verdient sehr viele Nachahmer. Es erhält 3.000 €.
Unterstützt wird das Gütersloher Projekt von Mitarbeitern des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche in Villigst. Diese Einrichtung kann man mit Fug und Recht als Kompetenzzentrum zum Thema Gewaltprävention bezeichnen, und so ist es denn kein Zufall, dass sie mit einem anderen Projekt heute auch als Preisträger ausgezeichnet wird (Preis 2.000 €).
Die Spiel- und Theaterwerkstatt Villigst hat in Bezug auf Mobbing und Gewalt an Schulen das Projekt „Coole Monkeys" entwickelt. Clou dieses Projektes ist es, dass die Schüler stark einbezogen werden. An den beteiligten Schulen erzählen die Schülerinnen und Schüler in Form eines Theaterstücks, Musicals oder Films eine fiktive Mobbinggeschichte – aus der Perspektive der Opfer und der Täter. Gemeinsam ist den Projekten, dass die Spielhandlung in dem Augenblick, als sie zu eskalieren scheint, abbricht und die Zuschauerinnen und Zuschauer aufgefordert sind, selbst konstruktive Lösungsmöglichkeiten des Konflikts zu finden. Zu der Partizipation der Zuschauer kommt die gestaltende Rolle der aktiven Schüler hinzu, die unter professioneller Anleitung die Handlung der jeweiligen Produktion einschließlich Drehbuch selbst schreiben und dann auch die verschiedenen Rollen übernehmen. „Coole Monkeys" ist vorbildlich, weil es jugendgemäße Darstellungsformen einsetzt und durch die sehr starke Partizipation von betroffenen Schülerinnen und Schülern wirksam ist. …
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