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Seminarbericht: Krisenintervention in Extremsituationen mit
Ralf Bongartz 16./17.10.2010
(Auswertung des TN-Rückmeldebogens zu dieser Veranstaltung)

Mit dem Ausblick auf zwei spannende, lehrreiche Tage kamen am letzten Wochenende Menschen in verschiedenen pädagogischen Handlungsfeldern im Haus Düsse in Bad Sassendorf zusammen, um mehr Sicherheit auch für die Situationen zu bekommen, die nicht unbedingt  die alltägliche Arbeit ausmachen. Situationen, in denen Menschen sich selbst oder das Leben anderer bedrohen gehören zum Glück nicht zum Alltag, können aber vorkommen
 
Der Gedanke hinter diesem Seminar war aber auch, dass derjenige der Rüstzeug für diese Situationen hat, auch im Umgang mit alltäglichen Konflikten und Stresssituationen souveräner umgehen kann,. Mit dem Referenten Ralf Bongartz konnte ein hochkompetenter Fachmann auf diesem Gebiet gewonnen werden der durch seine vielfältigen Professionen Zugang zu vielen verschiedenen Perspektiven  eröffnen konnte.

So verband er an diesem Wochenende gekonnt seine Kenntnisse aus der Polizeiarbeit, mit seinen Erfahrungen aus dem Schauspiel  und würzte das Ganze mit Humor und einer Portion Provokation. Provokativ startete der Samstag dann auch direkt. Statt einer Kennenlernrunde  waren die TN aufgefordert im Partnergespräch  Aussagen über sein unbekanntes Gegenüber zu machen.  In der Auswertung hinterher wurde erklärt, wie die hohe Trefferquote zustande kam und wie sich das nutzen lässt. Die eigenen Ressourcen standen als nächstes im Mittelpunkt. Durch einen Test konnte jeder für sich seinen Verhandlungstypus bestimmen. Die Ergebnisse führten bei den TN zu so manchem „aha-Erlebnis“ und ebneten Weg zur Optimierung zum Umgang mit eigenen Ressourcen, aber auch der aktiven Beschäftigung mit Schwachpunkten. In den späteren praktischen Übungen konnte jeder genau daran ganz praktisch arbeiten.
Doch bevor wir in Praxis einstiegen, erklärte der Referent in einzelnen Schritten, das Prinzip der „FBI-Treppe“ und führte dabei anschaulich aus, wie Verhandler des FBI in den USA mit Menschen in Extremsituationen umgehen, um eine Situation positiv zu beenden. Dabei spielte das Zusammenspiel von Geschichte, Emotion und Bedürfnis und die Ansprache daran eine zentrale Rolle. Außerdem ging er auf die wichtige Unterscheidung von Urteil und Beobachtung ein und erklärte wie eklatant wichtig “hooks“ bei  Verhandlungen sind.

Vorangestellt an alle Verhandlungen war aber immer der Beziehungsaufbau, um überhaupt eine Verbindung zum betroffenen Menschen zu bekommen.
Anschließend an die theoretische Basis, hatte nun jeder die Möglichkeit in Rollenspielen die Theorie in  der Praxis zu erproben. Vornehmlich wurden am ersten Tag Suizid-Situationen als Übungsfeld bearbeitet.
 Am Sonntag ging es dann zusätzlich um Verhalten bei Drohung/Bedrohung, aber auch um den Umgang mit Stille.Insgesamt ein spannendes Seminar mit ganz neuen Einblicken.  Obwohl  jeder hofft, dass keine der Extremsituationen eintrifft, so war es doch ein gutes Gefühl zu wissen, dass man jetzt wenigstens Ansätze für den Umgang damit hätte. Der Nutzen für den alltäglichen Arbeitsbereich, wird sich im Arbeitsalltag  zeigen.

Zum Schluss lässt sich nur zitieren:
 „Trotz zwei Tagen der ständigen Beschäftigung mit Suizid, konnten wir immer gemeinsam auch lachen“ Diese tolle Atmosphäre in der Gruppe hat entscheidend zum guten Umgang mit einem schwierigen Thema beigetragen.

Simone Kascholke


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