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Konsensfindungsprozess
In unserem Jugendzentrum haben wir uns schon häufiger mit Gewalt auseinandergesetzt und jetzt einen Konsensfindungsprozess durchgeführt, bei dem es darum ging, von allen Besucher/innen (im Schnitt so ca. 250 Kinder und Jugendliche pro Woche) die Frage zu beantworten: Was brauchen Kinder und Jugendliche am allernotwendigsten, damit sie nicht gewalttätig werden. Jede/r bekam einen Zettel und sollte max. 12 soziale** Bedingungen benennen, die vorhanden sein müssen, damit Kinder und Jugendliche (z.B.) nicht gewalttätig* werden. Es folgte der Konsensfindungsprozess: erst allein, dann zu zweit mit Vergleich, Diskussion und neuer Einigung, dann zu viert, danach zu acht. Die Ergebnisse der einzelnen Gruppen wurden von uns gesammelt und auf einem Transparent im Jugendzentrum für alle Beteiligten notiert und öffentlich gemacht.
In den nächsten 14 Tagen passierte es durchaus, dass einzelne Jugendliche noch weitere Bedingungen auf diesem Transparent notierten.
In einer Vollversammlung unseres Jugendzentrums haben wir dann die einzelnen genannten Bedingungen noch einmal beraten und mit einem Punktevergabesystem die 12 meistgenannten Bedingungen herauskristallisiert. Weil wir aus unserem Prozess eine Ausstellung machen wollten, konnten nun Freiwillige einzelne Bedingungen heraussuchen und auf kleinere Transparente übertragen. Die einzelnen Leute haben wir dann mit ihrem jeweiligen Transparent fotografiert. Die Fotos haben wir vergrößert. So ist automatisch unsere Ausstellung fertig geworden. In Zukunft wollen wir Kirchenleute, Politiker/innen, Lehrer/innen usw. beraten, was Kinder und Jugendliche am allernotwendigsten brauchen und wie man das realisieren kann.
Mit unseren Transparenten haben wir auf dem Kirchentag in Hannover den Stand der Gewalt Akademie Villigst gestaltet. Der Präses von Westfalen Alfred Buß hat uns dort besucht und fand die Idee so toll, dass er gleich ein Erinnerungsfoto davon haben wollte.
 *An Stelle von gewalttätig könnte auch stehen: rassistisch, kriminell, drogenabhängig usw. **Es gibt auch physiologische Bedingungen wie Essen, Schlafen, Trinken, Kleidung, Wohnen usw. die wir hier gesondert bearbeitet haben, weil diese Bedingungen eigentlich durch unser Grundgesetz und die Sozialgesetzgebung abgesichert sind.
Kontakt: Jugendzentrum „Auf der Höhe“ der Evangelischen Kirchengemeinde Kettwig Rheinstraße 162 45219 Essen Tel: 02054-4648 Email: maj-leena.posselt@gmx.de Ansprechpartnerin: Maj-Leena Posselt |
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