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2. Fremdtraining 01./02.10.2011Konflikt- und Sozialkompetenztraining der ABG Lev./Köln

„Ich weiß was ich will“,

wirklich?? Um das herauszufinden trafen sich am 1./2.10.20111 bei traumhaft schönem „Altweibersommerwetter“ die Mitglieder der Ausbildungsgruppe Lev/ Köln mit einer Anzahl von GastteilnehmerInnen  in der Turnhalle der Peter-Härtling-Grundschule in Zuge des 2. Fremdtrainings.

Dafür hatten sich die beiden Experten Hartmut Gähl ( Lehrtrainer der Gewalt Akademie Villigst u. Teamkoordinator des Trainerkollektivs  awolon ) und Rudi Rhode, freiberuflicher Kommunikationstrainer das Wochenende freigeschaufelt und sich aller anderen Verpflichtungen entledigt.

In einem Impulsreferat erläuterte Hartmut Gähl am Samstag den interessierten ZuhörerInnen, was unter Sozialkompetenz zu verstehen ist.

Nach der theoretischen Einführung erhielten die TN aus dem „Gruppentraining Soziale Kompetenz“ nach Hinsch/ Pfingst unterschiedliche Arbeitsblätter: u.a. verschiedene Rollenspielsituationen, bei denen die TN ihre Einschätzung für die Umsetzung dieser Situationen auf einem „Schwierigkeitsgrad - Thermometer“ abgeben mussten.
 Darüber hinaus gab es ein Dirkriminationstrainng , zur Unterscheidung von aggressivem unsicherem und selbstsicherm Verhalten.
Das animierte die TN sehr die eigenen Sichtweisen, die eigenen Handlungsweisen zu reflektieren und führte wunschgemäß zu einem angeregten Austausch in der Plenumsgruppe.

Interessant war u.a. die Erkenntnis, dass, wenn als Vorgabe durch den Trainer, zeichnerische Informationen -visuell verdeckt- verbal eingeschränkt erläutert werden sollen, sich jeder TN darunter etwas anderes vorstellt, und die Macht der eigenen Vorstellung / des eigenen Vorurteils offenes Zuhören und die Fähigkeit sich auf etwas einlassen, stark einschränkt.

In einer Paarübung versuchten die TN, sich aus einer misslichen Lage zu befreien und mit viel Kreativität einen Bauern um Hilfe anzugehen, scheiterten jedoch an dessen seltsamen-autistisch anmutendem- Verhalten. Die Auflösung wird hier nicht verraten, nur so viel, dass alle ihren „Heidenspaß“ hatten.

Anschließend nahm die Umsetzung einiger Rollenspielsituationen aus dem Fundus der Arbeitsblätter einen weiten Raum ein. Hier ging es vor allem darum, dass sich freiwillige TN an einer für sie stressigen Situation, an der sie bisher immer wieder gescheitert waren, ausprobieren konnten.
Die intensive Beobachtung der übrigen TN führte zu einer angeregten Reflexion in der Gruppe, und die Beschreibung der stattgefundenen verbalen und non verbalen Kommunikation zeigte Schwachstellen auf, die - entsprechend aufbereitet - in einem erneuten Rollenspiel ihren Niederschlag fanden und zu erstaunlichen Verbesserungen in der Gesprächsführung und damit auch zur Erweiterung der eigenen Sozialkompetenz führten.

Diese Erfahrungen und Erkenntnisse waren eine gute Basis für das am nächsten Morgen beginnende  Konfliktmanagement mit Rudi Rhode.
Was sich während des Tages schon abzeichnete, wurde auch im nachhinein nochmals sehr deutlich, die
Tatsache nämlich, wie nahtlos sich die Einführungen und Konfliktexplorationen von Rudi Rhode an den vorangegangenen Tag anschlossen.


Als gern gesehener Gast-Referent  der Regio –Gruppe Lev/Köln verstand es Rudi mit einem kleinen Rollenspiel eine Konfliktsituation zu skizzieren, an denen sich die TN erst mehr theoretisch, später dann in Einzelübungen an Rudis -gekonnt gespielt- negativen und auf Krawall
gebürsteten Handlungsstrategien die Zähne ausbeißen konnten.

In den darauf folgenden Beispielen ging es vor allem darum festzustellen, bei offensichtlich unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse zweier Partner, die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und Strategien zu entwickeln, wie man es schafft, dem Partner die eigene Bedürfnislage zu erklären, ohne zurückzuweichen und den Bedürfnissen des Anderen das Feld zu überlassen. Die schnelle und im realen Leben oft vorkommende „Lösung“, den anderen „platt zu machen“, wurde im Tranig selbstverständlich nicht zugelassen.

Um erfolgreich und überzeugend zu sein, muss man erst einmal bei sich selber für mentale und emotionale Klarheit sorgen, muss das eigene Bedürfnis, den eigenen Wunsch ernst nehmen.

Diese Haltung umfasst auch, seinen Ärger zu spüren und ernst zu nehmen, also bei sich bleiben, damit nicht Wut, das immer gegen den anderen gerichtete Gefühl, zur Eskalation und damit zu keiner wirklich akzeptablen Konfliktlösung beiträgt.

Wer beim Anderen, egal ob Chef oder Kollege, eine Einsicht erreichen will, wird das nie mit Druck erreichen, sondern nur, in dem man bei sich, bei den eigenen Bedürfnissen bleibt und die immer wieder in wertschätzender Art und Weise vorträgt, bis sich beim Gegenüber eine Bereitschaft zum Kompromiss abzeichnet.

Theoretisch wurde das schnell von allen verstanden, nur wie sollte das in der realen Situation umgesetzt werden??
Dazu wurden Rollenspiele ausgewählt, die Großgruppe in Kleigruppen aufgeteilt und mit Arbeitsaufträgen im großräumigen Außengelände verteilt.

Nach intensiver Vorbereitung in Gruppen und aufgrund der Freiwilligkeit eines / einer TN mit Rudi in die Auseinandersetzung zu gehen, konnte trainiert werden, was für alle ungeheur anschaulich und bereichernd war.
Am Ende schafften es alle, Rudi auf die Bereitschaft, sich einer Lösung zu stellen, festzunageln.

Wie im Flug verging die Zeit und alle waren zwar rechtschaffend müde, aber voll des Lobes für beide Trainer, die es ihnen ermöglicht hatten, etwas für die Bewältigung des normalen Alltags erreicht zu haben und für den Unbill mitmenschlichen Miteinanders gut gerüstet zu sein.

Ein solch positives Fazit war nicht nur für unsere TN, sondern auch für uns Moderatoren eine motivierende Erfahrung, gepaart mit der Erkenntnis, auch in zukünftigen Ausbildungsdurchgängen diese erstmalige Erweiterung der Sozial-kommunikativen Kompetenz in die Jahresplanung einzubauen.

Und – eine weitere Erkenntnis
 Hartmut und Rudi sind ein hervorragendes Team, das sich wunderbar ergänzt und aufgrund dessen zur Hoffnung auf  Umsetzugen neuer Ideen berechtigten Anlass gibt.

Ulla Becker ABG Lev/Köln Oktober 2011


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