|
Das Projekt: „Erinnerungsarbeit zum Thema machen“
ist ein Aufruf und eine Einladung sich insbesondere zuerst mit den beiden obigen Zitaten auseinanderzusetzen, deren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, um dann, als Konsequenz daraus, eigene Möglichkeiten und Wege zu erproben um in je eigener Regie Erinnerungsarbeit zum Thema zu machen.
Erfahrungen in der Praxis zur Thematisierung von Gewalt, Rassismus und Rechtsextremismus (aus der Projekt- und Jugendarbeit) zeigen, dass
Jugendliche über erhebliche Innovationspotentiale verfügen, wenn sie durch Anerkennung und Wertschätzung flankiert werden und Projekte innerhalb der „Geborgenheit“ stiftenden eigenen Gruppe „erfunden“ und realisiert werden
sie, allein durch ihre Fähigkeiten und ihr Wissen im Umgang mit den neuen Informationstechnologien über hervorragende „Recherchetechniken“ verfügen und sich bei der Suche nach Fakten, Daten und im Diskurs um Positionen selber gegenseitig motivieren
offene, auch spielerische Suchbewegungen Anreizcharakter haben und die Rolle des/der Pädagog/in als „Ermöglichende“ und „Raum-Zeit-Atmosphäre Sichernde“ neu beleben
Ereignisse, die sich aus der unmittelbaren Alltagswelt von Jugendlichen ergeben, entwickeln, versehen und verknüpft mit einem „Forschungs - Charakter“ erhebliche Impulswirkung zur konstruktiven Bearbeitung haben.
Jugendliche im eigenen Diskurs zu der Fragestellung „Was ist gut für mich – was will ich wissen“ erhebliche Potentiale an Energie, Ausdauer und Erfolgsorientierung mobilisieren
Die Erarbeitung von Themenfeldern wie Erinnerungsarbeit, Gedenkstättenpädagogik, Lernen aus der Geschichte werden andererseits in der Jugendarbeit (und in Schule) immer schwieriger, weil
Zeitzeugen aussterben
innerfamiliäre Reibungsprozesse (z. B. zur Rolle und Geschichte des eigenen Vaters / der eigenen Familie in der „Nazizeit“) sich s.o. erledigen
„Betroffenheitspädagogik“ obsolet geworden ist, weil der affektive Zugang (und die damit verbundenen Wirkungen) in der Regel nicht hinreichend bearbeitet werden kann und als Selbstzweck oft kontraproduktiv ist
die Zeit des Nationalsozialismus häufig „historisiert“ wird und als ein „dunkles Kapitel der Vergangenheit angehört und dort auch bleiben soll“
durch die Thematisierung der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft der Attraktivität vieler rechtsextremistischer Gruppen (bei Jugendlichen) allein nicht mehr bei zu kommen.
Kontakt:
Amt für Jugendarbeit der EKvW Ansprechpartner: Ralf-Erik Posselt Tel: 02304-755190 Email: netzwerk@afj-ekvw.de Internet: www.aej-haus-villigst.de
|