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Alles geben! – 7./8.Juni Treffen der Ausbildungsgruppe Dorsten

An ihrem letzten gemeinsamen Wochenende vor der Sommerpause mobilisierten die 20 TeilnehmerInnender Ausbildungsgruppe Dortmund/Dorsten ihre letzten Kräfte. Kampfesspiele standen am Samstag, den 07.06.08 auf dem Programm und um Kommunikation und Wahrnehmung ging es am Sonntag, den 08.06.08.

„Was sind überhaupt Kampfesspiele?“

Mit bequemer Sportkleidung und Hallenschuhen trafen sich die Auszubildenden am Samstagmorgen in der Sporthalle der Johannes-Schule in Dorsten. „Was sind überhaupt Kampfesspiele?“ war die erste theoretische Frage, mit der sie sich beschäftigten bevor es an die ersten Aufwärm-Übungen ging. Bereits beim Boxhandschuhe-Werfen kam Leben in die bis dahin noch kühle Turnhallen --Atmosphäre und beim Ölgötzen-Spiel nahmen die TeilnehmerInnenordentlich Fahrt auf. Nach dieser Aufwärm-Runde ging es erstmals darum, mit den künftigen Kampf-Partnerinnen in Kontakt zu kommen, sich gegenseitig zu spüren, Vertrauen aufzubauen und erste Erfahrungen miteinander zu sammeln.
Vor den ersten „richtigen“ Kämpfen übten sich alle Teilnehmer/innen in dem gegenseitigen Versprechen, fair zu kämpfen und sich im Kampf an Regeln zu halten. Hierzu übten sie ein einheitliches Ritual aus, das im Verlauf des Tages immer wieder zum Einsatz kam.

Eine schweißtreibende Angelegenheit!

Jetzt konnte es mit dem Kämpfen losgehen. Mit großem Engagement und voller Begeisterung stürzten sich die TeilnehmerInnen in die, von Kampfesspiele-TrainerKeith Matschulla angeleiteten, Kämpfe. Sie schlüpften dabei in die Rolle eines Seeadlers, der Schildkrötenbabies umdreht und verwandelten sich in Buddhas, die es zu stürzen galt. Sowohl einzelne TeilnehmerInnen als auch die ganze Gruppe, aufgeteilt in mehrere Teams, stellten sich den Herausforderungen, ließen sich auf die Auseinandersetzungen ein und waren bereit, alles zu geben. Eine schweißtreibende Angelegenheit!

Gewalt versus Kräftemessen

In den Reflexionsphasen nach den Kämpfen und in einer längeren Theorie-Einheit nach dem gemeinsamen Mittags-Grillen setzten sich die angehenden DeeskalationstrainerInnen dann intensiv mit den Fragen auseinander, was genau Kampfesspiele sind und wie sie im Rahmen eines Deeskalationstrainings zum Einsatz kommen können. Stichworte, die in diesem Zusammenhang fielen, waren Fairness im Kampf und im Umgang miteinander, Bedeutung der Einhaltung von Regeln, innerer/äußerer Schiedsrichter, Gewalt versus Kräftemessen. n
Immer wieder wurde deutlich, dass der Sieg nach einem Kampf ganz besonders viel wert ist, wenn es ein fairer Kampf mit einem Partner auf Augenhöhe war. Demgegenüber auch der unterlegene Kämpfer mit einem Gewinn aus der Auseinandersetzung gehen kann, wenn im fairen Kampf beide Partner alles geben konnten.

Aha-Erlebnisse

Am Sonntag konnten die TeilnehmerInnenihre Sportschuhe zu Hause lassen und waren stattdessen aufgefordert ihre Sinne zu schärfen. Wahrnehmung und Kommunikation waren die Themen, um die es ging. Was sehe ich? Wie wirkt ein Bild auf mich? Wie verändern sich die Blickwinkel und wodurch? Fragen, mit denen sich die Auszubildenden beschäftigten.
Einige Aha-Erlebnisse gab es dann am späten Sonntagvormittag, als es um die geometrischen Formen Kreis, Quadrat und Dreieck ging, die für drei verschiedene Konflikttypen stehen und denen sich die TeilnehmerInnenzuordneten. Susanne Wegener-Tieben, Moderatorin der Ausbildungsgruppe, ließ die drei Kreis-, Quadrat-und Dreieck-Kleingruppen Fragen zu ihrem jeweiligen Konflikttyp beantworten und kündigte an, dass sie die Ergebnisse vorhersagen könne. Der spätere Abgleich der Gruppen-Ergebnisse und den Vorhersagen der Moderatorin gaben ihr Recht und machten damit die besonderen Typologien der Konfliktmuster umso deutlicher.

Als besonderer Gast kam am späten Sonntagnachmittag Ralf-Erik Posselt, Mitglied des Leitungsteams und Mitbegründer der Gewaltakademie Villigst, in die Runde der Ausbildungsgruppe. Er berichtete den angehenden Deeskalationstrainerinnen von den Strukturen der Gewaltakademie sowie von Möglichkeiten der Mitgliedschaft und Beteiligung. So ging das zunächst letzte Ausbildungswochenende

der Gruppe Dortmund/Dorsten erfolgreich zu Ende. Am Sonntag, den 15.06.08 werden sich die TeilnehmerInnen noch einmal treffen, um alle Vorbereitungen und Absprachen zu ihrem im Herbst anstehenden Mustertraining zu treffen. Dann kommt die lange und wohlverdiente Sommerpause, damit die Ausbildung im Herbst mit frischem Schwung in die zweite Runde starten kann.

Marion Henkensiefken


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