Bericht vom Seminar: “Geschlechtsspezifische Ansätze zur Förderung: Selbstsicherheit und Selbstbehauptung für Jungen und Mädchen “ vom 12. Mai 2007 bis zum 13. Mai 2007 in Dorsten
Angeleitet von Uwe Ihlau (12.Mai: Selbstbehauptung für Jungen) und Astrid Elfing (13.Mai Selbstbehauptung für Mädchen) entwickelte sich die Fortbildung „Selbstsicherheit und Selbstbehauptung für Jungen und Mädchen“ für 29 Teilnehmer/innen zu zwei äußerst intensiven Seminartagen.
Den Trainingsteilnehmer/innen wurde am Samstag ein äußerst lebendiger Eindruck vermittelt, wie Kampfesspiele als Methode zur Selbstbehauptung von Ju ngen beitragen können. So wurden wir angeleitet, wie schrittweise ein Raum geschaffen werden kann, in dem durch die Gegenwart eines Schiedsrichters sowie durch Rituale, die die respektvolle Haltung zum Gegenüber betonen, eine faire sportlich kämpferische Begegnung möglich wird. In der so geschaffenen Atmosphäre wurden dann die Kampfesspiele von allen TeilnehmerInnen intensiv ausprobiert und mit wachsender Begeisterung in vielfältigen Übungen gestestet.
Das Potential der Kampfesspiele, Empathie erlernbar machen zu können und die Möglichkeit eigene Stärken, Schwächen und Grenzen spürbar zu machen, wurde während des ersten Se minartags in Dorsten für alle Teilnehmer/innen sehr deutlich. Abgerundet wurde der Tag durch einen Theorieinput, der den Bedarf und die Möglichkeiten der Jungenarbeit herausstellte und der die Methode der Kampfesspiele in den Zusammenhang der Gewaltprävention bei Jungen einzuordnen half.
Am Sonntag rückte dann die Arbeit mit Mädchen und Frauen in den Vordergrund. Ausgehend von der Annahme, dass Selbstbewusstsein eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass sie weder Täterin noch Opfer von Gewalt werden, verschaffte uns Astrid Elfring einen Einblick in die selbstsicherheitsfördernde parteiliche Ar beit für Mädchen und Frauen. Durch intensive Übungen wuchsen die Vorstellungen davon, wie eigene Kraft, sowohl mental als auch physisch, erfahrbar und einsetzbar gemacht werden kann. Uns wurde bewusst gemacht, wie Gestik, Mimik und Haltung Einfluss auf eine sichere und klare Körpersprache nehmen. So wurde ebenso an der eigenen Stimme gearbeitet, wie auch an dem Erforschen der eigenen körperlichen Kräfte und Möglichkeiten. Darüber hinaus lernten wir Methoden kennen, die den Teilnehmerinnen von Selbstbehauptungstrainings erlauben sollen, ihre persönlichen Grenzen zu erkennen und diese dann zu behaupten.
Vor allem den Männern bot dieser Sonntag die Möglichkeit einen Einblick in die parteiliche Mädchen- und Frauenarbeit zu nehmen, der uns in der Regel so nicht möglich ist.
Stellt sich am Schluss nur noch die Frage nach dem „Preis“, den man für ein solches Training zahlen muss: Kleine Blessuren gehörten dazu und nicht wenige Teilnehmer/innen klagten am zweiten Seminartag über Muskelkater und blaue Flecken. Aber wenige Tage danach waren diese durch unsere Motivation und große Einsatzbereitschaft erlittenen Wehwehchen abgeklungen. Was übrig bleibt, sind zwei sehr intensive Seminartage in Dorsten im Mai 2007 und die Vorfreude auf den weiteren Verlauf unserer Ausbildung.
Kay Meppelink, Teilnehmer des Seminars in Dorsten und der Ausbildungsgruppe Dortmund 2007
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