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Rechtsextremismus

ist ein Sammelbegriff für verschiedenartige gesellschaftliche Erscheinungsformen, die als rechtsgerichtet, undemokratisch und gegen die Menschlichkeit gerichtet gelten.

Vier wichtige Merkmale sind hervorzuheben:

  • Im Rechtsextremismus verbinden sich in der Regel übersteigerter Nationalismus mit im-perialistischem Großmachtstreben oder zumindest mit einer feindseligen Haltung gegenüber anderen Staaten oder Völkern. Äußere Bedrohung zu beschwören, dient neben expansionis-tischen oder revisionistischen Zielen auch dazu, innere Formierungs- und Gleichschaltungs-absichten zu rechtfertigen.
     
  • Rechtsextremismus verneint die universellen Freiheits- und Gleichheitsrechte des Menschen, insbesondere das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Recht auf Freiheit, Freizügigkeit und soziale Sicherheit, das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und das Recht auf Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit.
     
  • Rechtsextremismus richtet sich mehrheitlich gegen parlamentarisch-pluralistische Sys-teme, die auf der Volkssouveränität und dem Mehrheitsprinzip beruhen. Dabei ist zwischen faschistischen und autoritären Herrschaftsformen zu unterscheiden: Erstere stützen sich auf eine – ihrem Anspruch nach alle gesellschaftlichen Bereiche umfassend integrierende – Ein-heitspartei und betreiben die „Gleichschaltung“ aller „vermittelnden“ Organisationen, wie Gewerkschaften, etc.. Letztere tolerieren zwar Parteien, Verbände und Parlamente, räumen ihnen jedoch gegenüber einer fast unumschränkt herrschenden Exekutive kaum wirkliche Kontroll- und Mitspracherechte ein.
     
  • Gesellschaftliches Leitbild des Rechtsextremismus ist die angeblich der natürlichen Ord-nung entsprechende, ethnisch homogene („reinrassige“) Volksgemeinschaft. Volk und Staat verschmelzen zum Reich, dessen Einheit sich zumeist in einer völkischen bzw. rassis-tischen Ideologie und vielfach auch in einer Person (Führer) manifestiert. Dieses Leitbild gilt als Verwirklichung „wahrer“ Volksherrschaft im Gegensatz zu dem verhassten, die Nation vermeintlich zerreißenden und schwächenden Liberalismus.

 


Der Text und die Grafik basieren auf folgender Publikation:
Stöss, Richard: Rechtsextremismus im Wandel, Berlin 2007
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