Courage Trainer/innen 2009
Im Dezember 2008 fand ein Impulstraining für Interessierte der Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim statt. Junge Multiplikatoren aus dem Kirchenkreis sollten ausgebildet werden „couragiert“ in der Jugendarbeit zu agieren und so der Gewalt Stück für Stück das Wasser abzugraben. Ralf Erik Posselt führte in das Thema Gewalt und eigene Wahrnehmung / Grenzen ein. An diesem Wochenende nahmen ca 16 Teilnehmer teil. Das Impulstraining wurde begeistert aufgenommen und die Gruppe wurde um 8 weitere Teilnehmer erweitert.
Im April startete die Ausbildung mit insgesamt 25 Teilnehmern. Die zwei Gewalt - Deeskalationstrainerinnen Melanie Roth und Heidi Siebers (GAV) übernahmen die Leitung der Ausbildung. Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss waren die regelmäßige Teilnahme, eine engagierte Mitarbeit und die intensive Auseinandersetzung mit eigenen Gewalt Strukturen.
Bei den Teilnehmern handelte es sich zum größten Teil um ehrenamtliche Mitarbeiter aus den evangelischen Gemeinden Mülheims. Fünf der Teilnehmenden betreuten das Projekt hauptamtlich. Alle, auch die hauptamtlichen Mitarbeiter, die an der Ausbildung teilnahmen, arbeiten mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Ihr Aufgabenfeld umfasst Kinder- und Jugendgruppen, Konfirmationsgruppen, Ferienfreizeiten u.ä.
Gerade die Altersspanne machte die Arbeit mit der Gruppe so interessant (zwischen 17 und 50 Jahren). Trotz dieser scheinbaren Hürde wuchs die Gruppe schnell zu einem gut funktionierenden Team.
Thema der Ausbildung waren zunächst die Sensibilisierung für Gewalt in unserem täglichen Leben. Die Teilnehmer waren gefordert sich mit sich, ihrer Institution und der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Hierbei reflektierten sie das eigene Tun und Handeln, überdachten die eigene „Gewaltbereitschaft“, hinterfragten vorgegebene Strukturen in ihrem Arbeitsfeld und diskutierten Gewaltsituationen in ihrem Umfeld. Erfahrungen sammelten die Teilnehmenden hauptsächlich anhand von Übungen und mit großem Respekt vor der Grenze jedes Einzelnen. Jede Erfahrung wurde diskutiert und geprüft auf die Umsetzbarkeit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Weitere Themen waren der Erwerb von didaktischem und methodischem Grundwissen im Bereich konfrontativer Pädagogik, Eskalation und Deeskalation, Kommunikation, Mobbing, Streitschlichtung, Präventionsmaßnahmen für „gewaltfreie“ Institutionen u.v.m.
Durch diese intensive Arbeit reiften die Teilnehmer und entwickelten eine klare Position für den Umgang mit Konflikt- und Gewaltsituationen. Aus der Euphorie der gemeinsamen guten Zusammenarbeit beschloss die Gruppe abschließend, sich auch weiter zu treffen und ihr Wissen nun in einem gemeinsamen Konzept zu verankern. Indem Teilnehmer/innen nun im Team auch andere Institutionen in der Jugendarbeit beraten und unterstützen können, wird die Fortführung des Projektes gewährleistet. Bei der feierlichen Zertifikatsübergabe sicherten die Vertreter der Stiftung Jugend mit Zukunft hierfür auch weitere Förderung zu.
Melanie Roth und Heidi Siebers Mülheim an der Ruhr im Dez. 2009
Weitere Infos unter:
http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/11/29/lokalzeit-ruhr-courage-trainer.xml
http://ekir.de/an-der-ruhr/startseite_kirche_muelheim_55941.php
http://ekir.de/an-der-ruhr/arbeitsbereiche_55071.php
http://ekir.de/an-der-ruhr/arbeitsbereiche_52429.php
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