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Gewalt zum Thema machen



(Villigst – Bonn 2008) Neues Buch aus der Bundeszentrale für politische Bildung wird den Blick auf die Gewalt verändern.

Die mit "Jugendgewalt" umschriebene Problematik wird in der Öffentlichkeit, in den Medien und in der Politik (oftmals inszeniert) breit diskutiert. Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel dieses Bandes, fachwissenschaftliche Erkenntnisse sowie hilfreiche Praxis-, Seminar- und Trainingsmodelle aus dem Bereich der Gewaltprävention zu präsentieren, „auf den Teppich zu holen“ und konstruktive Wege zur Thematisierung von Gewalt aufzuzeigen.

Allein mit dem Titel läuten die Autoren einen Paradigmenwechsel in der Haltung zur und im Umgang mit Gewalt ein. Zu oft schon haben eher ohnmächtige „Anti-Gewalt-Haltungen“ und „Gegen-Gewalt-Positionen“  den Diskurs dominiert. Hilfreich ist, so die Herausgeber, ein gleichermaßen offensiver (daher der Titel des Buches) wie konstruktiver Umgang mit der Gewaltproblematik. Weil sich niemand restlos von Gewalt frei machen kann, geht es nicht mehr um die Dämonisierung von „Gewalt als dem Bösen schlechthin“,  sondern viel mehr um die offene Thematisierung und um die Übernahme der Verantwortung für das eigene Handeln und Verhalten. Ziel erfolgsorientierter Gewaltprävention und Gewaltdeeskalation ist es, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, um möglichst mit allen Sinnen zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll und kann.

Dazu leistet der vorliegende Band einen an der Praxis von Jugendarbeit, Schule und Alltag orientierten Beitrag. So bilden nach einer fachwissenschaftlichen Einführung, die den Leser auf den neuesten Stand der Dinge bringt, vor allem die vielfach erprobten Seminar- und Trainingsmodelle (Villigster Deeskalationstrainer/innen / Gewalt Akademie Villigst) den Schwerpunkt dieser Publikation. Praktikerinnen und Praktiker der konstruktiven Gewaltbearbeitung  berichten anschaulich und kompakt, gleichwohl fundiert über didaktisch – methodische Möglichkeiten und Erfahrungen der unterschiedlichen Ansätze. Fast schon als klassisch zu bezeichnende Deeskalationstrainings haben hier ebenso ihren Platz wie ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen, ein Seminar zum Thema Mobbing oder auch der Ansatz der "konfrontativen Pädagogik". Letztlich ist allen aber eines gemein: Gewalt zum Thema zu machen und ihr durch einen eigenverantwortlichen Umgang jenseits der medialen und parteipolitischen Kurzatmigkeit auf gleicher Augenhöhe wirksamkeitsorientiert zu begegnen.

Gewalt zum Thema machen, Heinz Ulrich Brinkmann, Siegfried Frech, Ralf-Erik Posselt, Bonn 2008, 257 Seiten, ISBN: 978-3-89331-869-8, Kosten: Bereitstellungsgebühr 5,-€ + Porto
Zu beziehen über:
Gewalt Akademie Villigst im Amt für Jugendarbeit der EKvW, Haus Villigst, 58239 Schwerte, Tel: 02304-755190,  Fax: 02304-755-248, Email: Gudrun.Kirchhoff@afj-ekvw.de


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