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Teilnehmerberichte zur Deeskalationstrainer/innen Ausbildung 2006

Erster Bericht: Simone Küppermann –Schwerte -  Gruppe Unna


Nach dem ersten Kennenlernen im Haus Villigst freute ich mich schon darauf, dass es fünf Wochen später endlich weiter oder richtig los ging, - mit der Ausbildung zur Deeskalationstrainerin bei Hans, Volker und  Ulli. Die drei waren mir auf Anhieb sympathisch und ich war gespannt  darauf mehr von ihnen zu erfahren und zu lernen.

Im Januar starteten wir dann im Gesundheitshaus in Unna. 10 Tage verbrachten wir mit Hans, Volker und Ulli und den Abschluss dieser Sequenz des Trainings bildete ein zweitägiges Seminar mit  Übernachtung in der Polizeischule in Selm-Bork mit der Durchführung  eines Ausbildungstrainings gestaltet oder begleitet durch die gesamte Gruppe. Dies bot uns die Möglichkeit gelerntes Anzuwenden und schon vor dem im Curriculum enthaltenen zweitägigen Training zu üben um Sicherheit zu gewinnen.

Inhaltlich wurden uns Übungen und methodisch didaktischer Hintergrund zu den Bereichen Gewaltdefinition, Gewalt erkennen -Gewalt benennen, Sensibilität für den Anderen - Selbstreflexion, Kampfesspiele, Gruppendynamik stärken, Mobbing, der heiße Stuhl, Täterverhalten/Opferverhalten, Zivilcourage, Rassismus, Deeskalation von Gewalt, Moderationstechniken, Gesprächsführung, kollegiale Beratung, Entspannungsmethoden, Selbstberuhigungsmethoden,  vermittelt.

In hervorragender Weise verstanden es diese Trainer einerseits, eigene Einstellungen bei den TeilnehmerInnen reflektieren zu lassen mit der Fähigkeit das Handwerkszeug für die praktische Anwendung in eigenen Trainings zu erwerben zu verbinden. Wir sind jetzt kurz vor der Zertifizierung, und ich glaube, hier spreche ich für so ziemlich alle in unserer Ausbildungsgruppe: wir  haben viel erfahren, viel gelernt und dabei viel Spaß gehabt.

Simone Küppermann –Schwerte- Gruppe Unna


Zweiter Bericht: Dorle Ferdinand –Schwerte- Team Unna

Der Zuschuss des Kreises Unna zu den Ausbildungskosten half mir, den Wunsch eine Fortbildung zur Deeskalationstrainerin zu machen, in die Tat umzusetzen. Schon länger hatte ich die Idee, aber bisher aus finanziellen Gründen verzichtet.
Die ersten zehn Fortbildungstage fanden im Gesundheitshaus Unna mit Volker Timmerhoff, Hans Schneider und Ulli Rentsch statt. Zur Ausbildungsgruppe gehörten je zehn Männern und Frauen, die in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen arbeiten und somit vielfältige Erfahrungen auch zum Thema "Gewalt" mitbringen.
Nach dem ersten Tag war ich noch skeptisch, ob ich außer einigen Spielideen wirklich viel Neues aus dieser Fortbildung würde mitnehmen können. Ich hatte zwar Spaß an den Spielen, aber auch den Eindruck, alles schon einmal gehört zu haben. Im Laufe der Zeit änderte sich diese Einschätzung, insbesondere durch die immer wieder eingeforderte eigene theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt". Die Fortbildung war in dieser Hinsicht zum großen Teil ein Bewußtwerdungsprozeß.

Der theoretische Input war fast immer an praktische Übungen gekoppelt und damit direkt erfahrbar. Wir haben lustvoll gespielt und dabei eine Menge, auch über uns selbst, gelernt. Für meine eigene Arbeit, nicht nur im Bereich der Deeskalation, empfand ich es als große Bereicherung, verschiedene Anleiter erleben zu können. 

Schon Volker, Hans und Ulli sind vom Typ her sehr unterschiedlich und setzen entsprechend unterschiedliche Akzente. Dazu kamen im Laufe der Ausbildung Trainings über je 2 Tage mit Reiner Gall (konfrontative Pädagogik) Josef Riederle (Kampfesspiele) und Ralf-Erik Posselt (Gewalt und Rassismus): Drei sehr unterschiedliche Trainerpersönlichkeiten mit sehr verschiedenen Herangehensweisen.

Ein besonderer Höhepunkt der Ausbildung war aus meiner Sicht der zweitägige Aufenthalt in Selm-Bork mit Übernachtung. Nicht nur, daß endlich mal Zeit war, sich untereinander auszutauschen - das kam sonst immer zu kurz - sondern insbesondere die Durchführung eines ersten "Probetrainings". An einer 6. Klasse der Hauptschule konnten sich sechs Kollegen unter Beobachtung durch die Gruppe ausprobieren. Später wurde gemeinsam reflektiert. Diesen ersten Praxisschritt gemeinsam zu vollziehen gab viel Sicherheit.

Die Durchführung eigener Trainings unter Beobachtung von Kollegen am Ende der Ausbildung halte ich für einen ganz wichtigen Baustein. Ich selbst habe leider nur ein Training beobachten können, daraus aber sehr viel gelernt. Diesem Aspekt haben wir in der Gruppe zu wenig Beachtung gezollt, sonst hätten wir die Termine sicher besser miteinander abgesprochen um öfter beobachten zu können.
Durch diese ganzen Vorerfahrungen fühlte ich mich für mein eigenes Training gut gerüstet. Es war entspannend zu wissen, daß dies noch Teil der Ausbildung ist und beobachtende Kollegen dabei sind, die mir ein Feedback geben.
Mittlerweile bin ich in den Vorbereitungen meines ersten "echten" Trainings und freue mich darauf das Gelernte einzusetzen       ... und noch sehr viel dazu zu lernen.

Dorle Ferdinand –Schwerte- Team Unna


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