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Kurzbericht zum Fremdtraining „Täter-Opfer-Ausgleich“, 06./07.09.2008

Die Sommerpause ist rum und unser Jahrgang steckt in der heißen Phase seiner Ausbildung. Zwischen eigenen Mustertrainings und diversen Hospitationsterminen, traf sich die Ausbildungsgruppe Dorsten – in etwas reduzierter Form – am 06. und 07. September 2008 zum „Täter-Opfer-Ausgleich“ in Villigst. Der Referent Frank Seifert sah sich von Beginn an, trotz der entspannten Gruppengröße, einem breiten Spektrum an Teilnehmererwartungen mit sehr unterschiedlichen Fokussierungen gegenüber. In einer ausbalancierten und abwechselungsreichen Kombination aus Theorie- und Praxiseinheiten gelang es ihm jedoch, ein adäquates Fundament an Kenntnissen aufzubauen, schrittweise die Thematik zu vertiefen und dabei den Erwartungen zu entsprechen.
Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen von Konflikten und Konfliktlösungsaspekten, die von uns nicht nur simuliert, sondern auch präzise auf den Punkt gebracht werden mussten. Das Schärfen unserer eigenen Wahrnehmung, bspw. durch aktives Zuhören, war nicht nur in diesem Zusammenhang ein wichtiges Übungselement, sondern sollte schon den Sonntag mit vorbereiten.

Nach der Mittagspause erhielten wir „Besuch“ von Friedrich Glasl. Sein Eskalationsstufenmodell begleitete uns den Nachmittag über und ermöglichte differenzierte Einblicke in die einzelnen Phasen eines Konfliktverlaufs. Das generelle Bedürfnis der Teilnehmer, alle Themen möglichst berufs- und alltagsnah zu vermitteln, fand auch in diesem Block seine Berücksichtigung. Jedem stand die Möglichkeit offen, eigene oder allgemeine Konflikte einmal beispielhaft einordnen und mediieren zu lassen. Dies wurde natürlich gerne angenommen. Die damit verbundenen Diskussionen verdeutlichten nachhaltig wie viele Faktoren bei einem Konflikt berücksichtigt werden müssen, aber auch wie die scheinbare Irrationalität einzelner Konfliktverläufe ‚rational’ begriffen und Empathie aufgebaut werden kann
 

Einige von uns hatte dann noch die Freude, unseren Übungspartnern einmal richtig auf die Nerven gehen zu dürfen… was sich allerdings in dem ein oder anderen Fall schnell ins Gegenteil gekehrt hat. Mit der Verständigung über bewusste und unbewusste bzw. sichtbare und nicht sichtbare Einflüsse innerhalb eines Konfliktes schlossen wir unseren ersten Arbeitstag ab. Dass der Tag an sich in Villigst damit noch nicht endet, weiß jeder, der schon einmal dort geblieben ist. Gerade die Gesprächsrunden zu fortgesetzter Stunde waren (auch) dieses Mal von großem Erkenntnis- und Unterhaltungswert.
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen von Mediationsübungen! In unterschiedlichen Rollenspielen konnten wir alle Positionen in der Bearbeitung eines Konfliktes einnehmen. Schwerpunkte der Simulationen waren die Vor- und Vermittlungsgespräche. Hierbei profitierten die Teilnehmer auch von den Kompetenzen und Erfahrungen ihrer Kollegen, was der guten vertikalen und horizontalen Wissensvermittlung an diesem Wochenende entsprach.
Auch ganz allgemein muss man sagen, dass das Aufnehmen der Inputs aus dem Teilnehmerkreis durch unseren Referenten zu einer sehr offenen Arbeitsatmosphäre geführt hat, ohne dass dadurch die klare und strukturierte Vermittlung der Inhalte ansatzweise gelitten hätte. Abgerundet wurde das Seminar durch eine kurze Reportage über das Opfer eines Gewaltverbrechens, welches sich bewusst für die Methode des Täter-Opfer-Ausgleichs entschieden hat. Dessen positive Erfahrungen unterstrichen den Wert von Mediationsgesprächen und bildeten einen würdigen Schlusspunkt.
Nach dem Anti-Rassismus-Seminar von Cornelius Peltz war das „TOA-Seminar“ von Frank Seifert ein zweites wirkliches Highlight in der Ausbildung!

Marc Hanisch


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