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Mit Schnittchen, Herzblatt und BASDA durchs Wochenende

Nach dem ersten Lehrtraining im Haus Villigst traf sich vom 28.02. bis 01.03.2009 die RAG Dorsten wieder im Rottmannshof. Diesmal mussten die Teilnehmer/innen erstmals selbst Übungseinheiten mit ihrer Lerngruppe anleiten. Am Samstag begann die erste Gruppe und verhalf allen Beteiligten durch EVOLUTION zu einer schnellen Entwicklung vom Ei zum/zur Deeskalationstrainer/in. Danach wurden sie in der Einheit „Wahrnehmen von Gewalt“ auf die Titanic versetzt, auf der sie als Passagiere einen Einigungsprozess durchkämpften, der über das Überleben jedes einzelnen entschied. Die Titanic sank unaufhörlich und forderte die Passagiere heraus.

Nachmittags erfuhren die Teilnehmer/innen während der Übung „Im Zugabteil“, dass Zugfahren nicht immer entspannend ist und wie hilflos oder sprachlos sie auf Überraschungen reagieren. Die Gegensätzlichen Gefühle von „Macht“ und „Ohnmacht“, die auch als unangenehm empfunden wurden, rundeten die Einheit zum „Erkennen und Benennen von Gewalt“ ab.  

 
Auch der nächste Tag war erfolgreich. Am Sonntagmorgen ging es um „eigene (heimliche) Anteile von Gewalt“. Hier wurden die angehenden Deeskalationstrainer zuerst mit Schokoriegeln in Versuchung geführt, was zu sehr körperlichen Aktionen führte. Anschließend erlebten sie es, als Blaufuß denunziert zu werden oder denuzierten selbst und reflektierten diese Erlebnisse. Auch wie sich Distanz oder Nähe zu verschiedenen Menschen anfühlen, spürten alle Beteiligten an diesem Tag und lernten die verschiedenen Distanzzonen kennen.

Im Anschluss hieran, haben sich die drei Lerngruppen auf sehr kreative Weise persönlich vorgestellt:

Der „Schnittchen-Express“ ist für alle Teilnehmer/innen einmal von Hagen nach Dorsten gefahren.

Die „Herzblätter“ wurden liebevoll von „Susi“ vorgestellt

Die Gruppe „BASDA“ entwickelte Ideen, um Gewalt und Rassismus beherzt entgegen zu treten.

Am weiteren Nachmittag erfuhren die Teilnehmer/innen im Rahmen einer sehr emotionalen Übung, dass ein Umweg manchmal die bessere Alternative sein kann, und dass sie sich in Stresssituationen manchmal wider besseren Wissens Gefahren aussetzen.
 
Auch im „Gemüseladen um die Ecke“, indem es nur noch einen Kürbis gab, konnte kaum eine/r den oberflächlich sich anbietenden Konflikten aus dem Weg gehen, um eine konfliktfreie Lösung herbeizuführen.

Zuletzt wurde auch noch eine Schulklasse von zwei streitenden Mädchen aufgemischt.
Nachdem diese schwierigen Herausforderungen gemeistert waren, sind alle müde aber zufrieden mit den vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen nach Hause gefahren. 


Susanne Wegener-Tieben und Andreas Leifeld


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