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Gewaltakademie Villigst: 13 neue Trainerinnen und Trainer zertifiziert
Wann beginnt Gewalt? Ein abschätziger Blick auf der Straße, eine spitze Bemerkung im Büro oder eine Rempelei im Schulbus – im Handumdrehen kann eine scheinbar harmlose Situation eskalieren. Wie es nicht dazu kommt, haben 13 Frauen und Männer während der letzten Monate in den Räumen der Kreispolizeibehörde Gütersloh gelernt. Angeleitet von Lehrtrainer Carl-Wilhelm Borgstedt sowie den Trainern Simone Kascholke und Alf Kontermann, haben sie eine einjährige Ausbildung zum Deeskalationstrainer oder -trainerin der Gewaltakademie Villigst durchlaufen.
Ihre Zertifizierung als Trainerinnen und Trainer stellte die Gruppe augenzwinkernd unter das Motto „Mafia-Dinner“, zu dem sie stilecht im feinen Zwirn und edler Robe erschienen. „Das ist unsere letzte praktische Übung“, erläuterte Simone Kascholke. „Wir haben uns immer in den Räumen der Polizei getroffen und wollten jetzt die Perspektive wechseln.“ Ehrensache für Gastgeberin Anna Stracke in Rheda, für entsprechendes Ambiente zu sorgen. Gern machte Lehrtrainer Borgstedt den Spaß mit und überreichte als „Don Carlo“ mit launigen Worten die Zertifikate.
Die neuen Trainerinnen und Trainer kommen aus Bad Oeynhausen, Bielefeld, Borgholzhausen, Burgdorf, Delbrück, Rheda-Wiedenbrück und Steinhagen. Als Lehrer, Erzieherin, Sozialarbeiter oder Diakonin haben sie beruflich mit unterschiedlichsten Menschen zu tun. In der Fortbildung haben sie ihre Wahrnehmung auch von verborgener Gewalt geschärft und etliche von Methoden eingeübt, um Eskalation zu vermeiden. Jetzt können sie selbst mit Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Deeskalations-Trainings durchführen.
Bundesweit haben seit 1998 weit über 1000 Menschen die einjährige Ausbildung durchlaufen. Für Carl-Wilhelm Borgstedt war diese 18. Gütersloher Ausbildungsgruppe auch die letzte unter seiner Leitung. Bei entsprechender Nachfrage gibt es einen neuen Durchgang. Erwartet wird von Teilnehmenden eine mindestens vierjährige berufliche oder berufsadäquate Praxis mit Erfahrung in der Vermittlung von Menschenrechtsthemen. Erwünscht sind auch Anmeldungen von Vätern und Müttern, die sich im Rahmen von „Eltern-AGs“ am Gütersloher „Bündnis für Erziehung“ beteiligen. Die Aufnahmegebühr beträgt 400 Euro, rund 500 Euro müssen erfahrungsgemäß für begleitende Seminare und Fahrtkosten eingeplant werden. Die Ausbildungsgruppe trifft sich in der Regel einmal monatlich, insgesamt beträgt der Zeitaufwand mindestens 18 Tage.
Auftaktveranstaltung ist ein Dinner für Trainerinnen und Trainer am 1. Dezember 2010 im Haus Villigst (Schwerte). Die eigentliche Ausbildung in Gütersloh beginnt im Januar 2011.
Information und Anmeldung bei: Alfred Kontermann, Telefon: (05241) 869-1875
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