Artikel

Bildungsmesse/didacta 2016 in Köln: Auch die Gewalt Akademie Villigst war vertreten

In der Zeit vom 16. bis 20. Februar 2016 fand in Köln die Bildungsmesse/didacta statt, auf der Heinz Kraft (Mitglied der GAV) einen Infostand eingerichtet hatte. Er stellte auch Material der GAV aus und kam mit vielen Leuten, die die Villigster Deeskalationstrainer-Ausbildung absolviert hatten oder sich ihr auf andere Weise verbunden fühlten, ins Gespräch. Am Freitag konnte Heinz Kraft auch den GAV-Referenten Dieter Frohloff am Stand willkommen heißen.

Thema „Gewaltprävention in KiTa und Grundschule“ stark gefragt

Den größten Anteil in den Gesprächen nahm das Thema „Gewaltprävention in der KiTa und in der Grundschule“ ein – hier deckt vor allem das Friedensstifterprogramm den Bedarf. Zugleich beweist es, dass die Nachfrage nach Deeskalationstrainings schon im Bereich Kindergarten und Grundschule zunimmt. 

Schwerpunktthema „Radikalisierung von Jugendlichen“ im Rahmenprogramm der Messe

Als Schwerpunktthema stellte Heinz Kraft täglich im Forum „Kompetenzkonzepte für Lernen und Entwicklung“ das Programm „Der Radikalisierung von Jugendlichen vorbeugen“ vor.

Anlass hierfür ist die Entwicklung der letzten Jahre. Weltweit nimmt die Radikalisierung von jungen Menschen bis hin zum Extremismus zu: Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, Salafismus - sie sind oft nur die andere Seite derselben Medaille. Wie kann diesen Tendenzen entgegengewirkt werden? Was können Lehrkräfte und Schulsozialarbeit tun, wenn in ihrer Klasse Tendenzen zur Radikalisierung zu erkennen sind?

Junge Menschen erreichen – eine gesellschaftliche Herausforderung

Kinder und Jugendliche sind in dem Alter, in dem sich die persönlichen Werte, Normen und Einstellungen entwickeln. Das bietet die Chance, noch Einfluss auf diese Entwicklung zu nehmen.

Das ist eine anspruchsvolle Herausforderung, wenn dieser Prozess Richtung gesellschaftlicher Teilhabe im Elternhaus nicht unterstützt, sondern unterlaufen wird. Auch Kinder von extremistisch und von muslimisch-traditionell orientierten Eltern kommen in die Pubertät, in der der Einfluss der Peergroup zunimmt. Die anderen Peers zu gewinnen erhöht die Chancen, auch die Kinder von Menschen zu erreichen, deren Einstellungen und Rollenverständnis mit unserem nicht vereinbar sind.

Einstellungsänderung nicht kognitiv, sondern durch Selbstbetroffenheit erreichbar 

Anerkannt ist, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Einstellungsänderung weniger mit kognitiven Methoden erreichbar ist, als vielmehr unter Herbeiführung von Selbstbetroffenheit.

Ein Programm, das die Integration von jungen Leuten bezweckt, die durch ihr Elternhaus eher extremistisch oder traditionsgeprägt und zu aus unserer Sicht nicht akzeptablen Normen, Werten, Einstellungen und Rollenbildern erzogen wurden, muss sich solcher Methoden bedienen, die eine Chance bieten, das Ziel zu erreichen: Experimente, Rollenspiele, Übungen, Selbstreflexion, Arbeitsgruppen und Diskussionen.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Ursachen für Radikalisierung
  • Diskriminierung im Alltag
  • Radikalisierungsprozess
  • Radikalisierung erkennen
  • Maßnahmen (eigene Maßnahmen, Maßnahmen im Zusammenwirken mit anderen Behörden/Organisationen)
  • Auch: Reaktion auf radikale Äußerungen in Klassen
  • Präventionsmöglichkeiten durch Integration: Teilhabe an gesellschaftlichen, politischen, beruflichen Entwicklungen
  • Konkret: Konzepte an Ihrer Schule/Einrichtung zum Gegensteuern gegen radikalisierende Tendenzen

Im Anschluss an die Vorträge nutzten die meisten Zuhörer die Gelegenheit, sich am Stand über das Programm ausführlich zu informieren.

Sein Fazit:

„Mit den Ergebnissen des Meinungsaustauschs bin ich sehr zufrieden und bin der Überzeugung,
dass zunehmend der Wille besteht, dem Extremismus jeder couleur Paroli zu bieten.“